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7 Wirtschaftsereignisse

10 Juli 2017

7 Wirtschaftsereignisse, die jeder ernsthafte Trader kennen sollte.

1) Der breiteste Marktindikator - Bruttoinlandsprodukt

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Das Bruttoinlandsprodukt, BIP, gilt als breitester und umfassender Indikator für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt umfasst die Summe aller Güter und Dienstleistungen unabhängig von den Eigentumsverhältnissen, welche binnen eines Jahres in einem Land erzeugt wurden, insofern diese nicht als Vorleistungen berücksichtigt wurden. Im Bruttoinlandsprodukt sind zudem alle Leistungen enthalten, die von Ausländern und Ausländerinnen im Inland erbracht werden (beispielsweise fließt auch das Einkommen einer Spanierin, die in München als Bankkauffrau arbeitet in das deutsche BIP ein). Die Leistungen der Inländer im Ausland jedoch, sind hingegen nicht enthalten.

Das amerikanische Bruttoinlandsprodukt wird quartalsweise durch das Bureau of Economic Analysis (BEA) veröffentlicht. Das Bruttoinlandsprodukt umfasst die verfügbaren Einkommen und die persönlichen Ausgaben, sowie die Unternehmensgewinne, die gesamtwirtschaftlichen Einkommen und die Inflation.

Die interessanteste Zahl ist hier die auf das Jahr hochgerechnete Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts, welche quartalsweise veröffentlicht wird. Wenn z.B. das BIP-Wachstum höher als erwartet ausfällt, führt das auf den Devisenmärkten zu einer stärkeren Währung, denn die Wirtschaft läuft rund. Zudem wachsen die Inflationsängste und die Zinsen werden möglicherweise steigen. Die Notenbanken werden entsprechend reagieren und gegebenenfalls die Leitzinsen erhöhen. Werden die im Vorfeld abgegebenen Prognosen jedoch verfehlt, droht der Währung Ungemach.

Das Bruttoinlandsprodukt sollte aber nicht mehr als eine grobe Orientierungsmarke für die gesamtwirtschaftliche Verfassung eines Landes sein. Es ist zwar der breiteste und umfassendste Konjunkturindikator, jedoch zählt er zu den nachlaufenden oder nachhinkenden Indikatoren, die vor allem zeigen, wie sich die Wirtschaft in der Vergangenheit entwickelt hat.

Wie Sie das Bruttoinlandsprodukt handeln

Normalerweise nehmen die internationalen Finanzmärkte die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts vorweg, indem sie Vorlaufindikatoren analysieren und sich entsprechend positionieren. Die Reaktion der Marktakteure dürfte stark eingeschränkt ausfallen, wenn die vermutete Wachstumskennzahl im Vorfeld bereits antizipiert wurde. Sollte es im Vorfeld zu keinen Preisanpassungen gekommen sein, ist der Überraschungsgrad entsprechend hoch, so dass es bei der eigentlichen Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts zu größeren Reaktionen kommt. Das Bruttoinlandsprodukt gibt es in drei Versionen, welche monatlich getrennt voneinander veröffentlicht werden - reale, vorläufige und endgültige BIP-Wachstumszahlen. Das reale Bruttoinlandsprodukt wird zuallererst veröffentlicht, weshalb es den größten Einfluss auf die Devisenmärkte haben dürfte.

2) Der erste Freitag im Monat - Die amerikanischen Arbeitsmarktzahlen, NFP

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Jeden ersten Freitag im Monat blicken die Marktakteure an den Devisenmärkten wie gebannt auf die Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktzahlen. Die Zahlen haben die Kraft, den US-Dollar nach oben oder nach unten zu befördern. Der amerikanische Arbeitsmarktbericht gibt einen Überblick über die Beschäftigungssituation in den Vereinigten Staaten. Außerdem liefert er Hinweise über den gesamtwirtschaftlichen Zustand der amerikanischen Wirtschaft. Er umfasst alle Jobs außerhalb der Landwirtschaft, dem Militär und den Geheimdiensten, sowie den Selbstständigen und den haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen. Das Jobwachstum hat eine enge Verbindung mit der zukünftigen Konsumbereitschaft der privaten Haushalte, so dass die Nonfarm Payrolls (NFP) ein Frühindikator für die Verbraucherausgaben sind.

Die NFPs werden immer am ersten Freitag im Monat durch das US Bureau of Labor Statistics veröffentlicht. Wichtig ist vor allem die Beschäftigungsveränderung im Vergleich zum Vormonat. Vorausschätzungen basieren vor allem aus der Beschäftigungskomponente des ISM-Index für das verarbeitende und nicht-verarbeitende Gewerbe, den Erstanträgen auf Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung, sowie der Beschäftigungsveränderung in der US-Privatwirtschaft und dem Challenger-Arbeitsplatzabbau.

Wie Sie den Arbeitsmarktbericht handeln

Wenn die Beschäftigungszahlen gut ausfallen und zudem die im Vorfeld abgegeben Schätzungen übertreffen, ergibt sich ein positives Bild für den US-Dollar. Im Gegensatz dazu sorgt ein schlechter als erwartet ausgefallenes Stellenwachstum für Kursabschläge. So einfach ist der Handel der amerikanischen Arbeitsmarktdaten aber natürlich nicht, denn neben den Beschäftigungszahlen werden auch andere Kennzahlen veröffentlicht wie z.B. die Arbeitslosenquote und die durchschnittlichen Stundenlöhne oder die durchschnittliche Wochenarbeitszeit. Sie sollten also nicht nur auf die Headline achten, sondern auch auf die anderen Einflussfaktoren. Ein höheres Jobwachstum bei zeitgleich fallenden durchschnittlichen Stundenlöhnen kann sich sehr viel negativer auf den Kurs der amerikanischen Währung auswirken als erwartet.

3) Einzelhandelsumsätze - Ein wichtiger Indikator des privaten Konsums

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Ein weiterer wichtiger Konjunkturindikator, der auch zur Kategorie vorlaufende oder vorauseilende Indikatoren zählt,  ist der Umsatz der Einzelhändler. Die Einzelhandelsumsätze werden regelmäßig zur Monatsmitte durch das US-Handelsministerium veröffentlicht. Der Bericht spiegelt die Umsatzentwicklung bei den Einzelhändlern auf den Monat und auf das Jahr hochgerechnet wieder. Zudem ist dieser Frühindikator bekannt für seinen volatilen Einfluss auf die Devisenmärkte, denn der Einzelhandel ist in der Regel von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung. So entfallen in den Vereinigten Staaten gut zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts auf den privaten Konsum. Neben einem hohen Lohnwachstum ist für den Einzelhandel auch die Entwicklung der Bevölkerungszahl und -struktur von herausragender Bedeutung.

Die Einzelhandelsumsätze sind schwer vorherzusagen. Einige Analysten gehen jedes Wochenende in Einkaufszentren, um eine Vorstellung darüber zu bekommen, wie stark oder schwach die Ausgaben des privaten Konsums sind. Andere wiederum zählen stets die Anzahl der PKWs und die freien Parkplätze in den Einkaufszentren.

Viele Marktakteure messen diesem Frühindikator eine hohe Beachtung und eine daraus resultierende Einflussnahme auf den Kurs der jeweiligen Währung bei. Wenn die Einzelhandelsumsätze höher als erwartet ausfallen, führt das auf den Devisenmärkten zu einem steigenden Kurs der jeweiligen Währung. Umgekehrt sinkt der Kurs der jeweiligen Währung, wenn die Analystenschätzungen deutlich verfehlt werden.

4) Die Verbraucherpreise, kurz VPI

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Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittliche Preisentwicklung durch einen Warenkorb mit einigen hundert Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen. Der Warenkorb repräsentiert stellvertretend den monatlichen Verbrauch der privaten Haushalte wie Nahrungsmittel, Energie, Entertainment und viele weitere Bereiche des täglichen Lebens. Veröffentlicht wird der Verbraucherpreisindex (VPI) vom Bureau of Labor Statistics (BLZ). Der VPI wird regelmäßig zur Monatsmitte bekanntgegeben. Nach Veröffentlichung ist oftmals ein Anstieg der Volatilität auf den internationalen Finanzmärkten zu beobachten.

Aufgrund einer Vielzahl von Einflussfaktoren ist es schwierig vorauszusagen, wie sich das Preisniveau entwickelt hat. Marktakteure sollten bei der Vorhersage deshalb auf weitere Analysemethoden zurückgreifen. Zum einen kann man die Preisentwicklung am Rohstoff- und Metallmarkt im Auge behalten. Höhere Produktionskosten führen zu Preiserhöhungen bei den Endprodukten. Steigende Preise von Öl und Gas werden die Energiekomponente des Verbraucherpreisindex signifikant erhöhen, insbesondere während in der Winter- und Heizperiode. Diesen Effekt bezeichnet man auch als Kostendruckinflation. Wenn Sie diese Werte im Blick behalten werden Sie den Verbraucherpreisindex besser vorhersagen und sich entsprechend positionieren können.

Wie Sie den Verbraucherpreisindex handeln

Wenn die Verbraucherpreise höher als erwartet ausfallen, führt das auf den Devisenmärkten zu einem steigenden Kurs der jeweiligen Währung. Steigende Preise zeugen von Inflation bzw. signalisieren einen Inflationsschub. Um die Inflation in einer Volkswirtschaft zu bremsen, erhöht die jeweilige Zentralbank ihre Leitzinsen, um so die Geldmenge zu begrenzen. Umgekehrt sinkt der Kurs der jeweiligen Währung, wenn die Analystenschätzungen deutlich verfehlt werden. Ein länger anhaltender Preisverfall ist ein Indiz für Deflation und begründet Zinssenkungen oder andere geldpolitische Maßnahmen.

5) FOMC-Sitzungen

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Der Offenmarktausschuss (FOMC) ist das oberste Entscheidungsgremium der amerikanischen Notenbank. Er betreibt die Geld- und Währungspolitik der Vereinigten Staaten von Amerika. Das FOMC besteht aus dem siebenköpfigen Board of Governors und den zwölf regionalen Federal Reserve Präsidenten.

Am häufigsten führt die amerikanische Notenbank sogenannte Offenmarktgeschäfte durch. Es werden Staatspapiere gekauft bzw. verkauft, wodurch die Liquidität auf den Geldmärkten gesteuert wird. Verkauft sie z.B. Staatspapiere führt dies zu einer Verknappung des Geldangebots. Diesen Prozess bezeichnet man auch als Straffung der Geldversorgung. Solche geldpolitischen Operationen haben einen direkten Einfluss auf die Leitzinsen. Das FOMC trifft sich achtmal im Jahr, kann bei Bedarf aber auch öfter und kurzfristig zusammentreten.

Wie Sie die FOMC-Sitzungen handeln

Die FOMC-Sitzungen unterliegen der Geheimhaltung. Dennoch versuchen die Analysten jeweils zu den Sitzungen, die Ergebnisse des Treffens vorherzusagen - werden also die geldpolitischen Zügel gestrafft oder gelockert und dadurch die Leitzinsen erhöht oder gesenkt. Durch den hohen Grad an Verunsicherung der Akteure entsteht ein volatiles Umfeld, weshalb Sie besser an der Seitenlinie Platz nehmen und auf eine Marktberuhigung warten.

6) Auftragseingang langfristiger Wirtschaftsgüter

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Der Auftragseingang langfristiger Wirtschaftsgüter wird jeweils zum Monatsende für den zurückliegenden Monat vom US Census Bureau veröffentlicht. Der Auftragseingang umfasst unter anderem die Kategorien Primärmetalle, Zivilflugzeuge, Computer, Rüstung, Automobile und Mobiliar. Die Wirtschaftsgüter sind langlebige Güter, wenn sie eine Lebensdauer von mindestens ein bis drei Jahre besitzen. Der Auftragseingang zählt zu den bedeutendsten Frühindikatoren zur zukünftigen Konjunkturentwicklung, auch weil er die industrielle Nachfrageentwicklung darstellt.

Die Devisenmärkte verwenden diesen Frühindikator außerdem für Hinweise auf das Geschäftsklima sowie zukünftige Investitionsvorhaben. Wenn der Auftragseingang höher als erwartet ausfällt, führt das auf den Devisenmärkten zu einem steigenden Kurs der amerikanischen Währung. Umgekehrt sinkt der Kurs des Greenbacks, wenn die Erwartungshaltung deutlich verfehlt wird.

Praxisbeispiel

Zuletzt hatten Daten zum Auftragseingang in der amerikanischen Industrie für weitere Kursverluste im US-Dollar gesorgt. Im Mai fielen die Aufträge um 1,1 Prozent, während Volkswirte mit einem Minus von 0,6 Prozent gerechnet hatten. Ohne Berücksichtigung der schwankungsanfälligen Transportgüter lag der Auftragseingang im Mai 0,1 Prozent höher als im Vormonat. Der Auftragseingang ließ also auf eine Verschlechterung der Produktion schließen. Die Daten gaben Spekulationen neuen Aufwind, wonach die Federal Reserve die Füße im weiteren Jahresverlauf stillhalten könnte.

Wie Sie sehen können reagieren die Devisenmärkte sehr sensibel auf diesen Datensatz über die Nachfrageentwicklung im industriellen Sektor. Deshalb müssen Sie dieses Wirtschaftsereignis als ernsthafter Trader auf dem Schirm haben.

7) ISM Index für das verarbeitende Gewerbe

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Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist der bedeutendste Frühindikator für die Wirtschaftsaktivität in den Vereinigten Staaten. Er wird regelmäßig eine Woche vor den offiziellen US-Arbeitsmarktdaten vom Institute of Supply Management (ISM) veröffentlicht. Insgesamt werden landesweit 400 Einkaufsmanager befragt. Im Gesamtbericht werden für die Kategorien Produktion, Beschäftigung, Einkaufspreise, Auftragseingang, Importe, Exporte, Lagerbestand und erhaltene Lieferungen, die Prozentzahlen veröffentlicht. Ein Wert von über 50 Punkten wird als Indiz für eine wirtschaftliche Expansion und ein Wert von unter 50 Punkten als Indiz für eine wirtschaftliche Kontraktion angesehen.

Wenn die Headline und die Subindizes gut ausfallen und zudem die im Vorfeld abgegeben Prognosen übertroffen werden, ergibt sich ein positives Bild für den Greenback. Umgekehrt sorgt ein schlechter als erwartet ausgefallener Wert für Kursabschläge beim amerikanischen Dollar.

Praxisbeispiel

Der US-Dollar stieg nach der Veröffentlichung des ISM-Einkaufsmanagerindex nach Norden. Der bullische Grundton ergab sich aus dem Bericht des Instituts of Supply Management (ISM). Der entsprechende Index kletterte im Juni auf 57,8 Punkte. Das entsprach dem höchsten Stand seit August 2014. Zudem zeichneten die Subindizes ein positives Bild für die wirtschaftliche Aktivität.