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Zentralbanken - Die geheimen Machtinstitutionen

01 Oktober 2017

Geld ist Macht. Diese Feststellung ist eindeutig und unumstößlich und das wird auch in einigen Jahren noch so sein.

In den letzten Jahrhunderten gab es durch Kriege und andere Zerstörungen Aufstiege und Niedergänge von ganzen Volkswirtschaften. Aber selbst in solch schwierigen Zeiten war es offensichtlich, dass die jeweiligen Länder den Wert des Geldes kontrollieren müssen. 

Die älteste noch existierende Zentralbank der Welt ist die Riksbank. Sie entstand aus der im Jahr 1668 Konkurs gegangenen Palmstruch-Bank und erlang damit das Recht, Banknoten zu emittieren. Im Jahr 1897 erlang die Riksbank dann das alleinige Monopol auf die Herausgabe von Banknoten und ab 19904 wurden nur noch solche Banknoten der Riksbank als offizielles Zahlungsmittel akzeptiert, woraufhin die Kontrolle der Geldpolitik nicht mehr beim schwedischen Reichstag lag, sondern bei einer staatlichen Institution, die von Weisungen der Regierung unabhängig ist. Daraufhin verbreitete sich dieses Konzept auf der ganzen Welt - und so waren die Zentralbanken von heute geboren.

Welche Idee steckt hinter einer Zentralbank?

Die Idee hinter einer Zentralbank ist der Einsatz wirtschaftswissenschaftlicher Konzepte, um die Zirkulation des Geldes in einer Volkswirtschaft zu kontrollieren - sowohl qualitativer wie auch quantitativer Natur. 

Schnell erkannten die jeweiligen Zentralbanken, dass man sich durch eine Abwertung der eigenen Währung Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Staaten sichern kann. Denn dadurch wachsen die Absatzmöglichkeiten der heimischen Produktion im Ausland und damit Beschäftigung im Inland. Gleichzeitig verteuern sich zwar die Importgüter, aber für Länder, die deutlich mehr exportieren als importieren, ist das kein Beinbruch. 

Auf jeden Fall verstanden es die obersten Währungshüter schon sehr früh, dass der Wert des Geldes kontrolliert werden kann. Wir gehen darauf jetzt nicht weiter ins Detail ein, selbst uns die Geschichte sehr viel darüber lehren würde, wie das heutige Zentralbanksystem funktioniert. Vielmehr wollen wir mit diesem Artikel erreichen, dass Sie die Rolle der Zentralbanken in der heutigen Zeit verstehen. 

Zwar konzentrieren wir uns bei unserem Trading überwiegend auf die Chartanalyse. Es wäre jedoch töricht zu glauben, man könne sich erfolgreich im Haifischbecken bewegen, ohne die Treiber des internationalen Devisenmarktes zu kennen. Wer macht die Spielregeln, warum und wie können wir diese Informationen zu unserem Vorteil nutzen. Auf all solche Fragen liefert uns das heutige Zentralbanksystem eine Antwort. 

Wie Zentralbanken in der Gegenwart funktionieren

Das Finanzsystem, wie wir es heute kennen, oszilliert rund um die Weltreservewährung, dem US-Dollar. Vor dem US-Dollar war das britische Pfund Sterling die Reservewährung. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und dem Beginn des Bretten Woods Systems löste aber der US-Dollar das Pfund als Reservewährung ab. Gleichzeitig wurde der US-Dollar an Gold gebunden.  

Forex Trader handeln Währungen. Beschäftigt mach sich jedoch intensiver mit diesem Themenkomplex, kommt man zu dem Schluss, dass Forex Trader die Verfassung der wichtigsten Volkswirtschaften auf der ganzen Welt handeln. Denken Sie mal nach: Vereinigte Staaten von Amerika, Japan, Großbritannien, Eurozone, Kanada, Australien, Neuseeland … und zählen Sie deren jeweilige Währungen auf: USD, JPY, GBP, EUR, CAD, AUD und NZD. 

Als nächstes kombinieren Sie diese Währungen. Das Resultat entspricht einem Abbild des Forex Dashboards oder zumindest den wichtigsten Währungspaaren, die im Fachjargon auch Majors und Crosses genannt werden. Wenn Trader also auf den Wirtschaftskalender blicken und auf einen Bewegungsimpuls einer Währung warten, dann analysieren sie eigentlich eine ganze Volkswirtschaft. Die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den oben aufgelisteten Länder spiegeln sich in der Stärke ihrer jeweiligen Währung wider.

Wer ist für die Kursbewegungen am Devisenmarkt verantwortlich?

Wer ist für die Kontrolle der Kursbewegungen und dem Wert einer inländischen Währung verantwortlich? Die Antwort lautet, die Zentralbank.

In den Vereinigten Staaten kontrolliert die Federal Reserve (Fed) die Zirkulation des Geldes, in Japan die Bank of Japan (BoJ), in Großbritannien die Bank of England (BoE), in Europa die Europäische Zentralbank (EZB), in Kanada die Bank of Canada (BoC), in Australien die Reserve Bank of Australia (RBA) und in Neuseeland die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ). Dies sind die weltweit wichtigsten Zentralbanken. 

Sie bestimmen die Geldpolitik für die Währung in ihrer Zuständigkeit. Und so kontrollieren sie sowohl den Wert ihrer Währungen wie auch die Instrumente, die hierfür verwendet werden.

Im Devisenhandel ist das alles, worauf es ankommt. Technische Trader können auf Veränderungen im makroökonomischen Gesamtbild reagieren. Anomalien treten zwar von Zeit zu Zeit auf. Sie sind aber nur von kurzer Dauer.

Was viele Menschen jedoch nicht wissen, ist, dass alle Zentralbanken unter dem Schirm einer einzigen Institution arbeiten. Im Turm von Basel sitzt nämlich die wohl mächtigste Bank der Welt, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.

BIZ - Die Mutter aller Zentralbanken

Die BIZ ist als Mutter aller Zentralbanken bekannt. Sie überwacht den Zahlungsverkehr auf der ganzen Welt. Sei stellt außerdem sicher, dass die inländischen geldpolitischen Maßnahmen sachgerecht umgesetzt werden. Wie jede Zentralbank hat auch die BIZ einen Vorstand. Und jetzt raten Sie mal werden diesen zusammenstellt? Genau, die Vorsitzenden der wichtigsten globalen Zentralbanken. Der Vorsitzende der Fed, der Präsident der EZB, also der Europäischen Zentralbank und vielen mehr. In diesem Sinne müssen Trader die Idee abschütteln, dass jede Zentralbank selbständig handelt. Sie tun es nämlich nicht. Sie koordinieren ihre Maßnahmen auf den regelmäßigen BIZ-Treffen. Ob die Federal Reserve ihren Leitzins senken oder erhöhen wird, wissen die Pendants auf der ganzen Welt bereits im Voraus. 

Und manchmal wissen es die Währungshüter sogar sehr sehr früh, da die heimischen Probleme auf jedem der Treffen intensiv diskutiert werden. 

Weil wir in einer globalisierten Welt leben, war eine Institution wie die BIZ unabdingbar. Zum Beispiel können die Vereinigten Staaten von Amerika nicht vom Rest der Welt isoliert werden, vor allem nicht, wenn der US-Dollar das Zentrum der globalen Geldpolitik ist. 

Denn sobald die amerikanische Notenbank ihren Leitzins verändert, sendet dies regelmäßig Schockwellen in die ganze Welt hinaus, ganz gleich ob sie die Zinsen erhöhen oder senken. Stellen wir uns die folgenden zwei Szenarien vor: 

1) Leitzinssenkungen

Wenn die Fed ihre Zinsen senkt, dann wird das globale Finanzsystem mit US-Dollars überschwemmt. Mit günstigen Greenbacks. 

Während Schwellenländer und andere Länder diesen Schritt begrüßen (sie können in Dollar Schulden aufnehmen und zahlen dafür einen niedrigeren Zinssatz), werden andere große Volkswirtschaft dem Beispiel der Fed folgen. Warum? Die Vereinigten Staaten von Amerika ist die größte Volkswirtschaft der Welt. Wenn die Fed die Zinsen senkt, dann muss die Wirtschaft in einer ernstzunehmenden Krise stecken. Das dufte sich früher oder später auf die gesamte Weltwirtschaft auswirken. Hierfür gibt es ein Sprichwort: Wenn Amerika niest, erklärtet sich der Rest der Welt.

2) Leitzinserhöhungen

Was aber wenn die Federal Reserve den Zinssatz erhöht? Das sind doch eigentlich gute Neuigkeiten, oder? Der Motor der weltgrößten Volkswirtschaft läuft rund. Nun gut, dies mögen gute Neuigkeiten für Amerika sein, aber der Rest der Welt wird sich mit den höheren Zinsen auf den Dollar schwer tun. Denn alle großen internationale Kredite lauten auf Dollars. Deshalb haben höhere US-Zinsen einen eher negativen Effekt auf andere Regierungen und deren Volkswirtschaften. 

Wer sind die größten Zentralbanken auf der ganzen Welt?

1. Federal Reserve Bank of America - Fed

Das FOMC ist ein Strategiegestaltungs-Ausschuss, der sich aus 12 Mitgliedern der Federal Reserve zusammensetzt. Sie treffen sich in regelmäßigen Abständen (acht Mal pro Jahr), um Entscheidungen über Wirtschaftspolitik zu fällen, obwohl sie auch außerplanmäßige Sitzungen abhalten können.

Einerseits dienen die Treffen dazu, auf ein angemessenes Niveau für den Diskontsatz und die Fed Fonds-Zielrate zu einigen. Die Fed Fonds Zinsrate ist die Rate an Geldmitteln, die Banken sich gegenseitig verleihen, um ihre Mindestreserveanforderungen der US-Notenbank zu halten. Dieses Ziel wird indirekt über ihre Geschäftstransaktionen am freien Markt erreicht, das heißt, der Verkauf und Kauf von US-Staatsanleihen und Bundesagentur-Wertpapieren zu und von Banken. Das Federal Open Market Committee legt die kurzfristigen Ziele dieser freien Marktgeschäfte fest, einer der wichtigsten geldpolitischen Instrumente der Fed.

Auf der anderen Seite, ist der Diskontsatz, die Rate, mit der Schnellkredite für Banken berechnet werden, etwas, das die Fed direkt steuert, was aber wenig Einfluss auf die Aktivitäten der Banken hat, da diese Mittel auch an anderer Stelle zur Verfügung stehen.

Jedes Treffen des Federal Open Market Committee wird mit der Veröffentlichung einer Pressemitteilung abgeschlossen. Später werden die Sitzungsprotokolle des jüngsten Federal Open Market Committee veröffentlicht.

2. Europäische Zentralbank - EZB

Die EZB ist die gemeinsame Währungsbehörde der Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion. Die EZB wurde am 1.Juni 1998 gegründet und hat ihren Sitz im Eurotower in Frankfurt am Main. Der Präsident der EZB ist seit 2011 Mario Draghi. Preisniveaustabilität ist das oberste Ziel der EZB. Darüber hinaus wird die Unterstützung der allgemeinen Wirtschaftspolitik in der Europäischen Union angestrebt. Das EZB-Direktorium führt die Geschäfte und ist für die Umsetzung der Beschlüsse des EZB-Rats verantwortlich. Die Zwei-Säulen-Strategie der EZB ist auf das Erreichen des Inflationsziels ausgerichtet. Die erste Säule als monetäre Analyse legt einen Referenzwert für die Geldmenge M3 zugrunde.Die zweite Säule als wirtschaftliche Analyse ist auf die Inflationsentwicklung und ihre Einflussfaktoren fokussiert.

3. Bank of England - BoE

Die Bank of England ist die Zentralbank des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland und hat ihren Sitz in London. Das 1694 gegründete Institut erfüllte zeitweise neben administrativen auf privatwirtschaftliche Funktionen und bestimmt die Geld- und Währungspolitik für das Pfund Sterling.

4. Bank of Japan - BoJ

Die BOJ ist die Zentralbank von Japan. Die Bank von Japan wurde am 10.Oktober 1882 gegründet. Der Präsident der BOJ ist Haruhiko Kuroda (seit März 2013). Die Landeswährung ist der Yen (ISO-Code JPY). Die Leitung der BOJ obliegt einem von der Regierung bestellten Gouverneur. Wichtigstes Entscheidungsgremium ist das Policy Board. Das Policy Board setzt sich aus dem Gouverneur, zwei Vizegouverneuren und sechs weiteren Mitgliedern zusammen. Der Leitzins in Japan ist die Overnight Call Rate (seit 5.Oktober 2010 bei 0,00 – 0,10 %).

Schlussbemerkung

Nur ein Narr glaubt, dass eine Zentralbank nur selbstständig agiert. Seit Anfang 1900 arbeiten Zentralbanken auf der ganzen Welt zusammen, um Maßnahmen zu koordinieren. Grund dafür ist die BIZ. Nur deshalb ziehen Zentralbanken an einem Strang. 

Transportunternehmen haben die Art und Weise verändert, wie wir uns bewegen und leben. Zeitgleich erreichte der Wert des Geldes eine neue Ära. Daher musste sich das Zentralbankwesen den neuen Gegebenheiten anpassen. Wie kann man den Wert einer Währung beibehalten, während das Leben der Menschen dadurch kaum beeinflusst wird?

Willkommen im Zentralbankwesen des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Ob Sie es nun mögen oder nicht, die Regulierung des Geldes bringt uns am Ende mehr Vorteile als Nachteile. Und diejenigen, die das Geld kontrollieren, haben die Macht. Deshalb streben Zentralbanken rund um der ganzen Welt nach Unabhängigkeit.