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Einführung in das Candlestick-Trading

16 Oktober 2017

Während viele gerne auf den Linienchart zurückgreifen, analysieren Trader das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten seit gut 300 Jahren per Candlestickchart.

Er gibt einfach mehr Informationen über den zukünftigen Kursverlauf preis als konventionelle Charts.

Candlesticks zeigen die Preisspanne der jeweiligen Handelsperiode. Dabei entspricht der Kerzenkörper der Spanne zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs. Jede Kerze visualisiert den Eröffnungs-, den Schluss-, den Höchst- und den Tiefstkurs der vorgegebenen Periode.

Candlesticks haben im Vergleich zu den Liniencharts einen kerzenähnlichen Körper. Sie werden in der Regel farblich dargestellt. Ein Kerzenkörper wird normalerweise schwarz dargestellt, wenn der Schlusskurs unter dem Eröffnungskurs lag. Umgekehrt ist der Kerzenkörper weiß ausgefüllt, wenn der Schlusskurs über dem Eröffnungskurs lag.

Die dünnen Linien, die über und unter dem Kerzenkörper herausragen, werden Schatten genannt. Sie sehen aus wie Dochte einer Kerze. Sie zeigen die Schwankungsbreite vom Höchst- und Tiefstkurs an. Das obere Ende des Schattens kennzeichnet den Höchststand der jeweiligen Handelsperiode und das untere Ende des Schattens den Tiefststand.

Die Beziehungen zwischen dem Eröffnungs-, Höchst-, Tiefst- und Schlusskurs bestimmen das Aussehen der Kerze. Nach dem Ansehen der Kerze ist es einfach zu erkennen, welche vielfältigen Informationen sie enthalten. Schon durch einen kurzen Blick erfahren Sie die Eröffnungs- und Schlusskurse des jeweiligen Vermögenswertes, dessen Höchst- und Tiefstkurs und auch ob er höher geschlossen als eröffnet hat.

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Wenn Sie eine Reihe von Candlesticks untersuchen, erkennen Sie ein weiteres wichtiges Konzept der Chartanalyse - den Trend.

Einzelkerzen

Long Black Day

Long Black Days sind Kerzen, deren Handelsspanne überdurchschnittlich groß ist. Hier liegt der Eröffnungskurs in der Nähe der Hochs der jeweiligen Handelsperiode, während der Schlusskurs in der Nähe der Tiefs der jeweiligen Handelsperiode angesiedelt ist. Je länger der Kerzenkörper, desto bärischer ist dieses Kerzenmuster zu interpretieren.

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Long White Day

Long White Days bestehen aus einem Kerzenkörper, der sehr viel länger ist als dessen Schatten. Die Handelsspanne ist überdurchschnittlich groß. Hier liegt der Eröffnungskurs in der Nähe der Tiefs, während der Schlusskurs in der Nähe der Hochs der jeweiligen Handelsperiode angesiedelt ist. Je länger der Kerzenkörper, desto bullischer ist dieses Signal zu interpretieren.

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Short White Day

Bei einer Short White Candle kann in der Theorie kein Unterschied zwischen einer Trendumkehr oder einer Trendfortsetzung gemacht werden. In 52% aller Fälle zeigt dieses Kerzenmuster eine obere Umkehr an. Hier spiegelt sich die große Unentschlossenheit auf dem Markt wider.

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Short Black Day

Das gleiche gilt für den Short Black Day. Er spiegelt die Unentschlossenheit der Bullen und Bären wider. In der Regel geschieht als Reaktion auf solch ein Kerzenmuster nicht sehr viel, außer es ist Teil eines sogenannten inside bars.

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White Spinning Tops

White Spinning Tops sind Kerzenmuster, die einen kleinen Kerzenkörper besitzen, trotz einer relativ großen Handelsspanne in der vorgegebenen Handelsperiode. Investoren interpretieren es als Pattsituation zwischen Käufern und Verkäufern, wodurch die Unentschlossenheit der Marktteilnehmer hervorgehoben wird. Damit sollen Rückschlüsse auf die zukünftige Kursentwicklung des jeweiligen Vermögenswertes gezogen werden. In der Regel fungiert es als ein Fortsetzungsmuster, sofern sich der zugrundeliegende Vermögenswert zuvor in einem Aufwärtstrend befand. Der Markt sammelt also neue Kraft, woraufhin sich seine Trendrichtung fortsetzen kann.

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Black Spinning Tops

Die Interpretation ist die Gleiche wie bei White Spinning Tops. Black Spinning Tops sind Kerzenmuster, die einen kleinen Kerzenkörper besitzen, trotz einer relativ großen Handelsspanne in der vorgegebenen Handelsperiode. Investoren interpretieren es als Pattsituation zwischen Käufern und Verkäufern, wodurch die Unentschlossenheit der Marktteilnehmer zum Ausdruck kommt. Damit sollen Rückschlüsse auf die zukünftige Kursentwicklung des jeweiligen Vermögenswertes gezogen werden. In der Regel fungiert es als ein Fortsetzungsmuster, sofern sich der zugrundeliegende Vermögenswert zuvor in einem Abwärtstrend befand. Der Markt sammelt also neue Kraft, woraufhin sich seine Trendrichtung fortsetzen kann.

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Dragonfly Doji

Beim Dragonfly Doji ist eine positive Trendumkehr zu erwarten. Die Kurseröffnung findet in der jeweiligen Handelsperiode am Hoch statt. Anschließend kommt es zu starken Verkäufen. Daraufhin kehrt der Markt zurück auf seinen Ausgangspunkt, um auf dem Kursniveau zu schließen, auf dem er eröffnete. Der lange untere Schatten lässt vermuten, dass die Kräfte von Angebot und Nachfrage nahezu ausgeglichen sind und dass die Richtung des Trends sich an einem Wendepunkt befindet.

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Gravestone Doji

Ein Gravestone Doji bildet sich, wenn die Kurse, ausgehend vom Eröffnungskurs, zunächst stark steigen, aber das erzielte Kurshoch nicht aufrechterhalten werden kann; anschließend fällt der Kurs wieder zurück auf den Eröffnungskurs, so dass der jeweilige Vermögenswert auf dem gleichen Kursniveau notiert wie zum Anfang der jeweiligen Zeitperiode. Auch hier nähern sich die Kräfte von Angebot und Nachfrage dem Gleichgewicht, so dass wir uns wahrscheinlich an einem Wendepunkt im übergeordnet bärischen Trend befinden. In der Regel fungiert der Gravestone Doji als klassisches Umkehrsignal.

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Long legged Doji

Ein Long legged Doji bildet sich, wenn sich der Eröffnungs- und Schlusskurs auf ungefähr dem gleichen Kursniveau befinden. Die Kurse waren zuvor stark gestiegen, woraufhin die Verkäufer die Kontrolle übernommen hatten. Daraufhin kamen die Bullen wieder zurück in den Markt und hievten den Kurs zurück auf den Eröffnungskurs. In der Regel entsteht dadurch eine große lange Lunte. Die Unentschlossenheit über die künftige Kursentwicklung wird hier ganz deutlich gezeigt. In der Mitte einer breit angelegten Seitwärtsrange fungiert es häufig als ein Signal für eine Fortsetzung des vorhergehenden Trends.

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Kerzenmuster

Harami

Ein Harami ist ein sogenannter inside bar. Für einen Chartanalysten ist das gewöhnlich ein neutrales Signal. Ein Harami entsteht, wenn sich ein schmaler Körper innerhalb des Körpers des Vortages ausbildet. Harami bedeutet auf Deutsch «schwanger». Die erste Kerze hat in der Regel einen langen Körper und die zweite einen kleineren Körper als der erste. Die Schatten der zweiten Kerze, also die Hochs und Tiefs, müssen nicht innerhalb der ersten Kerze liegen, auch ein solches Szenario zu bevorzugen ist. Dojis und Spinning Tops besitzen kleine Körper und können sich innerhalb eines Haramis ausprägen. Es unterstellt, dass die vorherige Kursbewegung an Schwung, also an Momentum verliert.

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Hammer

Der Hammer kündigt einen wichtigen Trendwechsel an. Dieses Kerzenmuster entwickelt sich nach einem ausgedehnten Abwärtstrend. Zunächst kollabiert der Kurs auf neue Tiefs, erholt sich jedoch und schließt in der Nähe des Eröffnungskurses. Die Lunte des Hammers muss mindestens doppelt so lang sein wie der Kerzenkörper. Je länger die Lunte ist, desto größer ist die Bedeutung des Kerzenmusters. Hingegen erscheint der sogenannte Hanging Man, der dem Hammer ähnelt, nach einem ausgedehnten Aufwärtstrend.

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Dark Cloud Cover

Das Dark Cloud Cover entsteht nach einem ausgedehnten Aufwärtstrend. Es ist ein klassisches Trendumkehrsignal, das die Anleger vor dunklen Wolkendecke warnen soll. Folglich ist mit fallenden Kursen zu rechnen. Es tritt auf, wenn auf einer Zeitebene, wo der Schlusskurs höher liegt als der Eröffnungskurs, eine Kerze folgt, deren Schlusskurs niedriger ist als der Eröffnungskurs. Das Kerzenmuster gewinnt an Bedeutung, wenn der Schlusskurs der zweiten Kerze unter das Zentrum der ersten Kerze fällt. Neben einer Verlangsamung der übergeordneten Kursbewegung signalisiert es außerdem ein mögliches Umkehrsignal.

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Piercing Line

Das Piercing Line ist das Pendant ist das Gegenstück zu einem Dark Cloud Cover. Auch das Piercing Line fungiert als Umkehrsignal, wenn es am Ende eines ausgedehnten Abwärtstrends auftritt. Am ersten Tag, wo sich der Kurs noch in einem Abwärtstrend befindet, bildet sich eine lange schwarze Kerze. Am nächsten Tag bildet der Kurs ein neues Tief aus, schließt dann aber jenseits des Zentrums des ersten Kerzenkörpers.

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Engulfing

Ein Engulfing besteht aus zwei Kerzenkörpern. Tritt nach einem Aufwärtstrend eine lange schwarze Kerze nach einer weißen Kerze auf und umschließt die letztere mit ihrem Kerzenkörper den Kerzenkörper der ersten vollständig, ergibt sich daraus ein bearish Engulfing. Dieses Kerzenmuster wird als Trendumkehr interpretiert. Umgekehrt entsteht ein bullisch Engulfing, wenn nach einem Abwärtstrend eine lange weiße Kerze nach einer schwarzen Kerze auftritt. Das bullisch Engulfing ist ein potenzielles Bodensignal. Von großer Bedeutung sind beide Signale, wenn sich nach einem ausgedehnten Trend auftreten.

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Stars (Sterne)

Stars bestehen aus einem langen Kerzenkörper, gefolgt von einem kleinen Körper mit einem kleinen Schatten (Handelsspanne). Die zwei Kerzenkörper müssen sich nicht überlappen. Insgesamt gibt es drei Candlestickmuster, die daraus entstehen können.

Morning Star

Ein Morning Star wird als bullisches Umkehrsignal interpretiert, das nach einem ausgedehnten Abwärtstrend entsteht. Die erste Kerze besitzt einen langen schwarzen Körper, die zweite eröffnet etwas tiefer im Vergleich zur ersten Kerze; anschließend entsteht ein langer weißer Kerzenkörper, der durch das Zentrum der ersten Kerze steigt.

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Evening Star

Das Evening Star ist das Pendant zum Morning Star und fungiert ebenfalls als Umkehrsignal, das jedoch am Ende eines ausgedehnten Aufwärtstrends entsteht. Es besteht aus drei Kerzen. Die erste Kerze besitzt einen langen weißen Kerzenkörper, die zweite einen kleinen Kerzenkörper, der etwas höher im Vergleich zur ersten Kerze öffnet; anschließend entsteht ein langer schwarzer Kerzenkörper, der durch das Zentrum der ersten Kerze fällt.

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Doji Star

Das Doji Star ist das schwächste der soeben beschriebenen Star-Formationen - denn der Doji signalisiert Unentschlossenheit auf dem Markt. Der Doji Star kann sowohl in einem Aufwärtstrend wie auch in einem Abwärtstrend auftreten. Grundsätzlich ähneln sich Morning Star, Evening Star und Doji Star. Jedoch wird die mittlere Kerze des Morning und Evening Stars durch einen Doji ersetzt. In der Regel ist dieses Kerzenmuster ein Signal, wenn auch nur ein schwaches, dafür dass der Kursanstieg bzw. Kursabstieg an Kraft verliert.

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Steigende und fallende dreier Methoden

Die steigende Methode bilden zwei Kerzen am jeweils äußern Ende des Kursmusters. Innerhalb des Kursmusters befinden sich drei leicht abfallende schwarze Kerzen. Die letzte weiße Kerze bildet ein neues Hoch auf Schlusskursbasis aus. Das Muster ist also bullisch zu interpretieren. Bei der fallenden Methode werden drei leicht ansteigende weiße Kerzen von zwei schwarzen Kerzen, die jeweils die äußeren Begrenzungen des Kursmusters bilden, umschlossen. Die zweite Kerze erzielt ein neues Tief auf Schlusskursbasis. Normalerweise entsteht ein solches Kerzenmuster in der Mitte eines Abwärtstrends.