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Elliott-Wellen-Theorie einfach erklärt

02 November 2017

Ralph Elliott hatte in den späten 1920er Jahren eine Theorie entwickelt, die die internationalen Finanzmärkte in Aufruhr versetzt hatte.

Kursverläufe seien ein Resultat der menschlichen Verhaltensweise, schrieb er in seinem Buch. Daraus entwickelte sich die so genannte Elliott-Wellen-Theorie. Zur Weiterentwicklung beigetragen haben die Koryphäen Alfred Frost und Robert Prechter. Jedoch ist auch die Elliott-Wellen-Theorie wie andere Instrumente der Chartanalyse umstritten. Denn wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass eine präzise Vorhersage von Kursentwicklungen schlicht nicht möglich ist.

Beim Devisenhandel geht es mehr um ein funktionierendes Risikomanagement als regelmäßig im Recht zu sein. Jedes Handelssystem sollte ein solides Risikomanagement aufweisen. Natürlich muss der Plan am Ende des Tages auch konsequent in die Tat umgesetzt werden. Erst das richtige Risikomanagement, das Ihre Verantwortung ist, zeigt, wie mächtig Ihr Handelssystem ist.

Die Elliott-Wellen-Theorie ermöglicht jedem Trader ein hohes Chance-Risiko-Verhältnis. Trader wissen nicht nur, wie sich der Kurs letztlich entwickeln wird, sondern sie berücksichtigen auch die Zeitkomponente.

Es gibt zwar keinen Heiligen Gral zum erfolgreichen Trader, aber die beiden Komponenten „Kurs“ und „Zeit“ bilden wichtige Parameter auf dem Weg zur finanziellen Freiheit. Zu wissen, wohin sich der Kurs entwicklen wird und wann, macht den Unterschied zwischen guten und exzellenten Trades.

Im Folgenden beschreiben wir die Grundprinzipien der Elliott-Wellen-Theorie, worauf es ankommen und wie Sie damit Ihr Chance-Risiko-Verhältnis aufpolieren können.

Die Grundlagen der Elliott-Wellen-Theorie

Elliott hatte herausgefunden, dass sich die Märkte in bestimmten Zyklen bewegen, die sich in sogenannte Wellen unterteilen lassen und sich regelmäßig wiederholen. Sehr rasch begann er daraus Wellen in zwei Grundformen zu unterteilen: den so genannten Impuls- und Korrekturwellen.

Impuls- und Korrekturwellen zeigen die Hauptrichtung der Kursentwicklung an. Impulswellen bestehen aus fünf erkennbaren Kursbewegungen. Jede Welle erhält eine Zahl: 1-2-3-4-5. Hingegen werden Korrekturwellen mit Buchstaben gekennzeichnet. Sie bestehen in der Regel aus drei erkennbaren Kursbewegungen.

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Es war Elliotts fester Glaube, dass sich der Markt in Zyklen unterschiedlichen Grades bewegt. Ein kompletter Marktzyklus besteht aus einer fünfteiligen Impulsbewegung, woraufhin eine dreiteilige Korrekturbewegung folgt.

Die Zyklen unterschiedlichen Grades tauchen überall auf. Die Wellen 1,3 und 5 werden Impulswellen genannt, während die Wellen 2 und 4 Korrekturwellen sind, weil sie die vorangegangene Aufwärtsbewegung korrigieren.

Jedoch besitzt auch die obige erste Welle eine weitere Fünf-Wellen-Struktur eines nächst niedrigeren Ranges, die wiederum in Wellen eines noch tieferen Ranges unterteilt werden. Und die Wellen 3 und 5 besitzen ebenfalls Wellen eines niedrigeren Ranges.

Das ist genau das, was die Elliott-Wellen-Theorie zu einer durchaus komplizierten Methode macht, um an den internationalen Finanzmärkten zu handeln. Deshalb ist es notwendig, dass Sie die Grundlagen der Elliott-Wellen-Theorie gleich von Beginn an richtig erlernen.

Der Handel der dritten Welle

Laut Elliott ist die dritte Welle, die längste und damit profitabelste Gelegenheit. Laut Robert Prechter führen diese Punkte unweigerlich zu Ausbrüchen, Fortsetzungslücken, expandierendem Volumen, außergewöhnlicher Breite, wichtigen Trendbestätigungen im Rahmen der Dow-Theorie und zu fortlaufenden Kursbewegungen.

Gedehnte Wellen müssen in der Regel länger als 161,8% der anderen nicht gedehnten Wellen sein. Die zweite Welle sollte zwischen 50% und 61,8% der ersten Welle korrigieren. Die Ausdehnungswelle, also die dritte Welle, ist meistens die Welle einer gesamten Sequenz und tritt am häufigsten in Erscheinung.

Daraus ergibt sich der perfekte Trade. In einer bullischen Impulsbewegung platzieren Sie einfach eine Limit-Order zwischen dem 50% und dem 61,8% Fibonacci-Retracement der ersten Welle. Zu Gewinnmitnahmen kommt es dann an der 161,8% Fibonacci-Expansion, ausgehend vom Ende der zweiten Welle. Ihren Stop-Loss platzieren Sie knapp unterhalb des beginnenden Impulses.

Der Handel der fünften Welle

Einer der mächtigsten Regeln dieser Theorie ist, dass die erste Welle nie so lang sein sollte wie die fünfte Welle. Zudem sind sie weniger dynamisch als die dritte Welle. Aus dieser Erkenntnis können Trader einen Vorteil schlagen, denn sie wissen bereits die Länge der ersten Welle und die Dynamik der dritten Welle.

Deshalb müssen Elliott-Wellen-Trader einfach nur die Länge der ersten Welle messen und diese auf das Ende der vierten Welle, also der Korrekturwelle, projizieren. Die fünfte Welle sollte kürzer sein als die erste Welle.

Jedoch funktioniert nicht jede Länge. Merken Sie sich deshalb: die fünfte Welle sollte ungefähr 61,8% der ersten Welle entsprechen. Tritt dieser Fall ein, gehen Sie innerhalb einer bullischen Fünf-Wellen-Struktur short, wo sie das 38,2% Fibonacci-Retracement der gesamten Impulsbewegung als Ziel ins Visier nehmen.

Der Handel eines Flat-Patterns

Bei den Korrekturwellen werden häufig so genannte Flat-Patterns ausgeprägt. Elliott hat nicht weniger als zehn von solchen Patterns identifiziert.

Alle Arten haben jedoch eines gemeinsam: die Welle b muss mindestens 61,8% der Welle a korrigieren. Dies ist mehr als genug um einen Trade zu platzieren.

Daher ist der Schlüssel zum Erfolg die Interpretation der Welle a. Ist es ein Impuls oder eine Korrektur? Ein Flat-Pattern besteht aus einer a-b-c Struktur. Zudem ist Welle a und b korrektiver Natur, und nur die Welle c weist eine Fünf-Wellen-Struktur auf. Wenn Welle a keinen Impuls aufweist, kann es sich nur um eine Korrektur handeln. In der Konsequenz kommt die Regel mit dem 61,8% Fibonacci-Retracement zum Einsatz.

Schlussfolgerung

Diese drei Möglichkeiten zeigen nur einen Bruchteil der Trading-Setups, die sie bei der Elliott-Wellen-Theorie haben. Die Wahrheit ist, dass diese wunderbare Theorie für jede einzelne Bewegung auf dem Markt eine Positionsmöglichkeit bietet.

Deshalb werden Sie die rechte Seite des Preischarts prognostizieren, indem sie die linke Seite des Charts analysieren. Echte Elliott-Wellen-Trader zählen nie den aktuellen Marktpreis.

Der korrekte Ansatz ist, den Markt das vorherige Muster zunächst bestätigen zu lassen. Alles in allem basieren die Grundlagen der Elliott-Wellen-Theorie nämlich auf einem Ansatz der Mustererkennung.

Traders sollten daher einen Top-down-Ansatz verfolgen, indem sie zunächst den Monatschart oder sogar noch größere Timeframes analysieren. Danach können sie sich vorarbeiten bis zum Tageschart oder noch tiefer, um einen Trade zu wählen.

Wenn die Zählung in den höheren Zeiteinheiten Sinn ergibt, und Elliotts Regeln entspricht, offenbart die Theorie zukünftige Preisbewegungen, weil sie das menschliche Verhalten widerspiegelt. In keiner anderen Theorie schalten sie die emotionale Komponente so aus wie bei der Elliott-Wellen-Theorie.

Regeln zur Elliott-Wellen-Theorie

Glauben Sie es oder nicht, aber es gibt tatsächlich nur drei Regeln, die Sie bei der Interpretation der Elliott-Wellen befolgen müssen. Es gibt zwar viele Richtlinien, aber nur drei echte Regeln, die jedoch unumstößlich sind. Richtlinien hingegen sind in deren Interpretation subjektiv. Regeln sind nur auf eine Fünf-Wellen-Struktur anwendbar. Korrekturen, die oft komplexerer Natur sind, geben mehr Interpretationsspielraum.

Regel 1: Welle 2 kann nie unter den Beginn von Welle 1 fallen

Regel 2: Welle 3 kann nie die kürzeste der Impulswellen sein

Regel 3: Welle 4 kann nie mit Welle 1 überlappen.

Welle 2 kann nie unter den Beginn von Welle 1 fallen. Es handelt sich um eine falsche Zählung, falls der Kurs darunter fällt. Auch wenn Welle 3 typischerweise die längste der drei Impulswellen ist, gibt es spezifische Regeln, dass sie nie die kürzeste sein kann. 1 oder 5 können länger sein als Welle 3, aber beide können nicht länger als Welle 3 sein. Laut Elliott muss Welle 3 den Hochpunkt von Welle 1 überschreiten. Gelingt dies nicht, handelt es sich um eine falsche Zählung. Die dritte und finale Regel ist, dass Welle 4 nie mit Welle 1 überlappen kann, was bedeutet, dass der Tiefpunkt von Welle 4 nicht den Hochpunkt von Welle 1 unterschreiten darf. Solch eine Verletzung würde eine Neuzählung bedeuten.

Richtlinien zur Elliott-Wellen-Theorie

Es gibt zahlreiche Richtlinien, aber in diesem Artikel wollen wir uns nur auf drei essentielle konzentrieren. Im Gegensatz zu Regeln besitzen Richtlinien einen größeren Interpretationsspielraum und sie sind subjektiver Natur.

Richtlinie 1: Wenn Welle 3 die längste Impulswelle ist, entspricht Welle 5 ungefähr der Länge von Welle 1.

Richtlinie 2: Die Wellen 2 und 4 sind Korrekturwellen. Sie unterscheiden sich in ihrer Gestalt. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass zwei gleiche Korrekturformationen in der gleichen Sequenz entstehen. In der Regel bildet Welle 2 einen steile ZigZag aus. Welle 4 hingegen tritt überwiegend als Seitwärtsbewegung in Erscheinung.

Richtlinie 3: Nach einer Fünf-Wellen-Struktur enden Korrekturen (a-b-c) in der Regel am Tief von Welle 4.

Die erste Richtlinie ist nützlich, um das Ende von Welle 5 zu prognostizieren. Selbst wenn Welle 5 länger ist als Welle 3, könnte Welle 3 immer noch länger sein als Welle 1. Charttechniker können Welle 5 projizieren Welle 5, sobald sich Welle 4 dem Ende neigt. In einem übergeordneten Aufwärtstrend projizieren Charttechniker die Länge von Welle 1 auf das Tief von Welle 4, um ein Aufwärtsziel für Welle 5 zu definieren. Umgekehrt gilt das Gleiche bei einem Rückgang in einer Fünf-Wellen-Struktur.

Die Wellenalternation der zweiten Richtlinie hilft Ihnen bei der Bestimmung der Korrekturlänge. Nach einem steilen ZigZag bei Welle 2 sollten Charttechniker eine relativ flach verlaufende Korrektur bei Welle 4 erwarten. Verläuft Welle 2 in einer Seitwärtsbewegung, müssen Anleger eine relativ steile Korrektur der Welle 4 einkalkulieren.

Die dritte Richtlinie hilft dabei, um das Ende von Welle 1 nach einer Korrektur der Welle I zu bestimmen. Welle I und II sind Wellen eines höheren Ranges. Die Wellen 1-2-3-4-5 sind Wellen niedrigeren Ranges innerhalb der Welle I. Sobald die Korrektur der Welle II beginnt, können Charttechniker deren Ende abschätzen, indem Sie das Ende der vorherigen Welle 4 unter die Lupe nehmen. In einem größeren Aufwärtstrend endet Welle II voraussichtlich in der Nähe am Tief von Welle 4.