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Handelskrieg zwischen China und USA eskaliert - Dollar unter Druck

26 März 2018

Handelskrieg zwischen China und den USA spitzt sich zu.

  • Größter Verlierer bei einem Handelskrieg ist der australische Dollar
  • Japanischer Yen und Schweizer Franken im Aufwind dank Furcht vor Handelskrieg
  • USD/JPY droht ein Abgleiten auf 103,00 Yen
  • Kanadischer Dollar profitiert von guten Konjunkturdaten und NAFTA-Verhandlungen
  • AUD und NZD blicken auf China-US-Handelskonflikt
  • EUR/USD wartet auf neue Impulse
  • Sterling profitiert von falkenhaften Tönen aus der BoE

Drei zinspolitische Entscheidungen und eine lange Liste wichtiger Konjunkturdaten wurden in der zurückliegenden Woche von den Handelsspannungen völlig überschattet. Nichts war wichtiger als die Zölle der USA auf chinesische Importe und die Vergeltungsmaßnahmen Chinas. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt befinden sich offiziell in einem Handelskrieg und haben die Macht, der jeweils anderen Wirtschaft schweren Schaden zuzufügen. Niemand gewinnt einen Handelskrieg, aber das gefährliche Spiel von Präsident Donald Trump machte den US-Dollar zur unattraktivsten Währung. Der Dollar geriet in der vergangenen Woche auf breiter Front unter Druck, da Investoren aus den US-Anlagen ausstiegen. Obgleich der Verkaufsdruck am Freitag nachließ, nachdem China nur mit einem Maßnahmenpaket in Höhe von 3 Milliarden Dollar auf die US-Zölle in Höhe von 50 Milliarden Dollar reagierte, so stehen die Chancen nicht schlecht, dass China größere Geschütze auffahren wird.

Australischer Dollar - der große Verlierer bei einem Handelskrieg

In einem Handelskrieg werden bestimmte Währungen andere outperformen, je nachdem, wo die Spannungen am größten sind. In diesem Fall sind es die USA, die Ärger machen, so dass der US-Dollar die schwächste Performance aufweist. Dies erklärt auch, warum risikosensible Währungen wie Euro und Pfund Sterling trotz des starken Ausverkaufs von US-Aktien nicht abwerten, sondern kontinuierlich höher gehandelt werden, weil Investoren einen Handelskrieg als schädlicher für den Dollar ansehen. Neben dem US-Dollar wird der größte Verlierer eines Handelskriegs zwischen den USA und China der australische Dollar sein, da Australien besonders empfindlich auf das chinesische Wachstum reagiert. Die größten Nutznießer sollten der japanische Yen und der Schweizer Franken sein aufgrund der hohen Risikoaversion an den internationalen Finanzmärkten. Die Währungen der Länder, die nicht direkt am Handelskrieg beteiligt waren, sollten ebenfalls besser abschneiden wie Großbritannien und möglicherweise Kanada. Voraussetzung dafür sind allerdings echte Fortschritte bei den NAFTA-Verhandlungen gibt. Aber die größten Chancen in einem Handelskrieg sollten in den Crosses, also den nicht auf Dollar lautenden Paaren, liegen. In der kommenden Woche stehen der Handelskrieg und politische Schlagzeilen weiterhin im Fokus. Das US-Verbrauchervertrauen, die BIP-Revision, der Chicago Einkaufsmanagerindex, das persönliche Einkommen und die persönlichen Konsumausgaben könnten zu Kursbewegung führen. Da das FOMC-Treffen hinter uns liegt, sollten diese Konjunkturdaten allerdings nur einen geringen Einfluss auf die zukünftige Zinspolitik der Fed haben. Zudem bleiben die Weltmärkte am Freitag aufgrund von Karfreitag geschlossen. Auch am Montag wird kein Handel stattfinden. Angesichts der Handelsspannungen und dem Ende des japanischen Fiskaljahres am 31. März rechnen wir damit, dass der USD/JPY weiterhin unter Druck bleibt. Die nächste wichtige Unterstützung für den USD/JPY-Wechselkurs liegt bei 103,00.

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Überflieger der Woche war der kanadische Dollar

Die stärkste Performance in der vergangenen Woche hat der kanadische Dollar gezeigt. Er stieg gegenüber dem Dollar um mehr als 1,5 Prozent. Auftrieb gab eine dynamische Erholung der Ölpreise sowie gute kanadische Konjunkturdaten. Zudem hat die US-Regierung ihre anfängliche Forderung zurückgenommen, wonach alle in Kanada hergestellten Fahrzeuge (Exportfahrzeuge) mindestens 50 Prozent der darin verarbeitenden Teile aus den Vereinigten Staaten von Amerika stammen müssen. Die Steigerungsrate der Verbraucherpreise legte per Berichtsmonat Februar deutlich zu. Die auf das Jahr hochgerechnete Teuerungsrate stieg von 1,7 auf 2,2 Prozent. Allerdings verfehlte der Umsatz der Einzelhändler die Konsensschätzungen. Ohne Autos stieg der Umsatz um 0,9 Prozent und damit stärker als erwartet. Dies ist außerdem ein gutes Zeichen für das Bruttoinlandsprodukt per Berichtsmonat Januar, welches in dieser Woche veröffentlicht wird. Der australische und neuseeländische Dollar wurde am Freitag ebenfalls höher gehandelt, da China einen Handelskrieg um jeden Preis verhindern möchte. Da in der kommenden Woche keine wichtigen Konjunkturdaten aus Australien veröffentlicht werden, dürfte sich der australische Dollar an den Entwicklungen zwischen den USA und China orientieren. Wenn China weitere Schritte unternimmt, um die Spannungen zu senken, könnten wir eine stärkere Erholung bei AUD und NZD sehen. Sollte sich der Handelskrieg allerdings zuspitzen, so dürften beide Währungen gen Süden kippen.

Euro zwischen schwachen Konjunkturzahlen und Handelskrieg

Sowohl der Euro als auch das Pfund Sterling erholten sich am Freitag gegenüber dem Dollar. Einige Investoren dürften überrascht sein von der sich fortsetzenden Konsolidierung im EUR/USD trotz all der Schlagzeilen und wichtigen Konjunkturzahlen. Einerseits wurden die Kursgewinne des Euro durch taubenhaften Wortmeldungen aus den Reihen der Europäischen Zentralbank und den enttäuschenden Konjunkturdaten begrenzt. So hatten vor allem die Einkaufsmanagerindizes, der Ifo-Geschäftsklimaindex sowie die ZEW-Umfrage enttäuscht. Anderseits steht der US-Dollar unter dem Druck von Handelsspannungen. Diese gegenläufigen Faktoren haben es für den EUR/USD-Wechselkurs schwierig gemacht, sich zu erholen, aber wenn sich der Handelskrieg verschärft, wird der EUR/USD steigen, da er sich am oberen Ende der Handelsspanne einpendelt hat. Aus dem Euroraum erwarten uns in dieser Woche das Verbrauchervertrauen, die deutschen Verbraucherpreise sowie die Arbeitslosenzahlen. Angesichts der zuletzt sehr enttäuschend ausgefallenen Konjunkturdaten aus dem Euroraum rechnen wir auch in der kommenden Woche für schwächere Werte.

Pfund Sterling im Aufwind dank BoE und Wirtschaftszahlen

Das Pfund Sterling auf der anderen Seite kletterte gen Norden in Reaktion auf das falkenhafte Abstimmungsergebnis der Währungshüter bei der zinspolitischen Entscheidung der britischen Notenbank BoE am Donnerstag. Auftrieb gaben auch gute Konsum- und Lohndaten. Obwohl die Gewinne des Pfund Sterling gegenüber dem Euro, dem Schweizer Franken und den Rohstoffwährungen begrenzt ausgefallen sind, erwarten wir langfristig eine Outperformance der Währung, da die BoE die nächste große Zentralbank sein dürfte, die die Zinsen anhebt.

AUD/USD Chartanalyse

Der australische Dollar hat seinen Erholungsversuch abgebrochen. Schuld daran war das 61,8% Fibonacci-Retracement des gesamten Aufwärtsimpulses zwischen Dezember bis Januar bei 0,7740 Dollar. Im Tageschart zog sich das Paar an der Glättung der letzten 38 Tage zurück. Zudem zeigen die quantitativen Indikatoren im negativen Bereich weiter abwärts. Ein Rückfall in Richtung 0,7670 Dollar erscheint wahrscheinlich.

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Quelle: Investing.com

USD/JPY Chartanalyse

Im Tageschart sehen wir immer noch erhebliches Abwärtspotenzial im USD/JPY-Wechselkurs. So zeigen die technischen Indikatoren im negativen Bereich steil nach unten. Aber auch die durchschnittlichen Glättungslinien der letzten 90 und 200 Tage zeigen abwärts und befinden sich gut 600 Pips über dem Kursverlauf. Von einer tiefgreifenden Erholung sind wir weit entfernt. Im 4-Stundenchart entwickelt sich der Kurs des Paares unterhalb der bärisch verlaufenden 90- und 200-SMAs, während sich die technischen Indikatoren im überverkauften Bereich befinden und somit keine Anzeichen für eine Richtungsänderung geben. Bei einem Bruch unter das Freitagstief bei 104,63 Yen droht dem Paar ein Abgleiten in Richtung 103,00 Yen.

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Quelle: Investing.com

GBP/USD Chartanalyse

Der Tageschart im britischen Pfund zeigt eine sich fortsetzende positive Entwicklung an. So hat sich das Paar oberhalb seiner 38-Tage-Linie stabilisiert, während die technischen Indikatoren weitere Zugewinne signalisieren. Jedoch lässt das Momentum allmählich nach. So zeigt der 38er SMA im 4-Stundenchart zwar weiter nach oben. Der RSI dagegen tendiert langsam nach unten und zieht sich aus dem überkauften Bereich zurück. Eine tiefgreifende Korrektur des GBP/USD-Wechselkurses ist jedoch erst bei einem Abgleiten des RSI unter seine 60-Punkte-Marke zu erwarten.

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Quelle: Investing.com

EUR/USD Chartanalyse

Das Paar versuchte gleich mehrmals über die fallende Trendlinie von den Mehr-Jahres-Hochs im Februar bei 1,2554 Dollar zu überspringen, scheiterte aber und stabilisierte sich wenige Pips darunter. Im Tageschart bewegt sich das Paar Auf und Ab in der Nähe der 38-Tage-Linie, während die technischen Indikatoren keine klare Richtung vorgeben, was die hohe Unentschlossenheit des Marktes widerspiegelt. Im 4-Stundenchart ist die Tendenz neutral bis bullisch für diesen Montag, da sich das Paar oberhalb einiger wichtiger Durchschnittslinien stabilisieren konnte, während die technischen Indikatoren im positiven Bereich konsolidieren. Erster, wichtiger Chartwiderstand liegt bei 1,2370 Dollar. Danach rückt die Kursregion um 1,2410 Dollar in den Vordergrund. Erst ein klarer Sprung über diese Kursbereiche würde eine Fortsetzung des Aufwärtstrends bestätigen. Nächstes Kursziel läge dann bei 1,2480 Dollar.

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Quelle: Investing.com

USD/CAD Chartanalyse

Der RSI hat sich von überkauften Bereichen zurückzogen und liegt mittlerweile in der Nähe der 50-Punkte-Marke. Das Momentum hat sich verlangsamt und eventuell sehen wir jetzt eine tiefgreifendere Korrektur. Auf der anderen Seite steht der 50-Tage-MA kurz vor einem Sprung über den 200-Tage-MA. Das signalisiert aller Regel nach steigende Kurse. Vor einer tiefgreifenden Korrektur brauchen wir also mehr Hinweise auf einen Trendwechsel. Charttechnische Unterstützungen befinden sich bei 1,2810 (Tief im März) und 1,2760 (Swing-Tief). Steil abwärts könnte es bei einem Bruch unter 1,2682 gehen. Widerstände liegen dagegen bei 1,2920, 1,3000 (psychologische Marke), 1,3050 und 1,3125 (Mehr-Monats-Hoch).

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Quelle: Tradingview