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Die Forex-Wochenvorschau: Handelskonflikt dominiert US-Dollar

11 April 2018

Handelskonflikt zwischen China und den USA bremst US-Dollar...

  • FOMC-Sitzungsprotokoll und US-Verbraucherpreise im Fokus
  • USA streben vorläufige NAFTA-Einigung in dieser Woche an
  • AUD/USD und NZD/USD abhängig von Risikoappetit
  • Schwache Konjunkturdaten aus der Euro-Zone sollten Euro belasten
  • Sterling widerstandsfähig - Anleger spekulieren auf BoE-Zinserhöhung

Der Auftakt in das zweite Quartal hat weniger dynamische Kursbewegungen an den internationalen Devisenmärkten hervorgerufen. Vielmehr stagnierte der US-Dollar gegenüber einer Vielzahl an wichtigen Währungen. Vor wenigen Tagen beschlossen die Vereinigten Staaten von Amerika neue Strafzölle auf chinesische Importwaren im Wert von 50 Milliarden Dollar. Die Reaktion aus China ließ nicht sehr lange auf sich warten. Peking reagierte empört und kündigte nur wenige Stunden später als Vergeltung eigene Strafzölle auf US-Importwaren wie Sojabohnen in gleicher Höhe an. Die Sonderabgaben sollten aber nur Inkrafttreten, falls die USA ernst machen sollten.

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In Reaktion darauf hofften die Anleger, dass die Strafzölle nur in abgeschwächter Form oder überhaupt nicht eingeführt würden. Aber jede Hoffnung auf eine Auflösung der Handelsspannungen wurde auch die Äußerung von US-Präsident Donald Trump am Ende der Woche in die Wüste geschickt, nachdem er mit weiteren Strafzöllen auf Importe in Höhe von 100 Milliarden Dollar auf die Vergeltungsmaßnahmen aus China reagierte. Mit anderen Worten ausgedrückt: Präsident Trump hat den Einsatz im Handelskrieg verdreifacht.

Das Handelsministerium in China teilte umgehend mit, man werde "umfassende Vergeltungsmaßnahmen" ergreifen und "um jeden Preis" gegen den Protektionismus der USA ankämpfen. "Wir wollen keinen Handelskrieg, aber wir fürchten einen solchen Krieg auch nicht." China signalisiert aber immer noch Gesprächsbereitschaft im Handelskonflikt, um eine Lösung zu finden, bevor die Zölle wirken. Der Ball liegt damit im Feld von Trump und die Frage ist jetzt, ob er einfach nur blufft. Peking dürfte in der nächsten Woche eine weitere Liste von Importzöllen auf US-Produkte veröffentlichen, die ebenfalls Sonderabgaben in Höhe von 100 Milliarden Dollar umfassen dürfte. Insofern sollte der Druck auf dem US-Dollar hoch bleiben. Ernst wird es aber erst, wenn die beiden größten Volkswirtschaften auf der Welt auf Worte Taten folgen lassen.

Doch bald Einigung bei NAFTA? Aktienmärkte und USD/JPY könnten zulegen

Sollten Anleger jetzt darauf spekulieren, dass sowohl der US-Dollar als auch die Aktienmärkte wieder den Rückwärtsgang einlegen, könnte sich irren, denn so wie der Dollar und die Aktienmärkte in Reaktion auf die Handelsspannungen gefallen sind, könnten sie sich bei einem NAFTA-Deal erholen. Schließlich hat sich Trumps Bellen bei unzähligen Gelegenheiten als viel lauter herausgestellt als sein Biss und er ist dafür bekannt, keine Taten auf seine scharfen Worte folgen zu lassen. So sagte der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, dem Wirtschaftssender Fox Enterprise Community, dass die angekündigten Zölle der USA und Chinas nur erste Vorschläge seien, als “Teil der Taktik”.

Trump könnte eine Liste von Vorschlägen an Peking übermitteln und auf Verhandlungen in den nächsten Monaten hoffen. Schließlich könnten die Sonderabgaben immer noch leere Worthülsen sein, und je länger das so bleibt, desto größer ist die Chance auf eine Erholung im USD/JPY. Zwar ist das jüngste Beschäftigungswachstum außerhalb der Landwirtschaft deutlich schwächer ausgefallen als erwartet, aber die steigenden durchschnittlichen Stundenlöhne hält die Hoffnung auf eine aggressivere Gangart bei der geldpolitischen Straffung der Fed intakt. Von der Konjunkturseite her stehen in der kommenden Woche die Verbraucherpreise aus den USA und das Sitzungsprotokoll der Fed auf der Agenda. Beide Datenpunkte sollten die Erwartungen des Marktes an weitere Straffungen nicht beeinflussen.

USD/CAD steht im Zeichen der NAFTA-Verhandlungen

Außer Frage steht, dass eine Einigung beim nordamerikanischen Freihandelsabkommen NAFTA den größten Einfluss auf den kanadischen Dollar haben würde. In der zurückliegenden Woche haben sowohl Präsident Trump als auch Premierminister Trudeau gesagt, dass bedeutende Fortschritte erzielt wurden. Es wird allgemein angenommen, dass auf dem Gipfeltreffen in Peru am Freitag, dem 13. April, eine vorläufige Einigung bekannt gegeben wird. Wenn Trump in einer Zeit, in der laut dem Handelsberater des Weißen Hauses, Peter Navarro, noch sinnvolle politische Änderungen vorgenommen werden können, einen Deal will, "dann muss es bald sein", was bedeutet: "2 Wochen bis 30 Tage".

Obwohl sich das Handelsdefizit Kanadas stärker als erwartet ausweitete, war das Beschäftigungswachstum im März mit mehr als 32,3K zusätzlichen Arbeitsplätzen, davon 68,3K Vollzeitbeschäftigte, sehr stark ausgefallen. Aus Kanada werden in der kommenden Woche keine wichtigen Konjunkturdaten veröffentlicht, die zu Kursbewegung führen könnten. Sollte aber eine NAFTA-Einigung zustande kommen, so könnte der USD/CAD-Wechselkurs rasch in Richtung 1,26 fallen.

Brodelnder Handelskonflikt begrenzt Gewinne im AUD/USD und NZD/USD

Sowohl der australische als auch der neuseeländische Dollar scheinen allmählich ihre jeweilige Talsohle zu durchschreiten. Die Kursgewinne wurden jedoch durch die Handelsspannungen zwischen den USA und China und der hohen Risikoaversion an den internationalen Finanzmärkten begrenzt. Vor allem Australien würde von den hohen US-Strafzöllen auf chinesische Importwaren hart getroffen werden. Allerdings haben sich die australischen Konjunkturdaten seit Beginn der Handelsstreitigkeiten kontinuierlich verbessert, was eine Erholung der australischen Währung begünstigt. Die Handelsbilanz wies den zweiten Monat in Folge einen Überschuss aus und die Umsätze der Einzelhändler kletterten um 0,6 Prozent. Diese Verbesserungen dürften den Weg für ein höheres Vertrauen der Unternehmen und Verbraucher in der kommenden Woche ebnen. Bei einem Blick auf den Chart wird deutlich, dass die Kursregion um 0,7650 Dollar eine sehr wichtige charttechnische Unterstützung für den AUD/USD darstellet, die in den letzten Wochen gehalten hat, aber ob das Paar damit die negative Tendenz tatsächlich abschütteln kann, müssen wir abwarten.

Entwarnung für den AUD/USD können wir erst geben, sobald er zurück über 0,7775 Dollar klettert. Trotz mangelnder Konjunkturdaten hat sich der neuseeländische Dollar besser als der australische Dollar entwickelt. Auftrieb gaben steigende Preise für Vollmilchpulver. Wichtig in der kommenden Woche wird der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe aus Neuseeland. Technisch gesehen stehen die Zeichen der Zeit im NZD/USD auf Erholung, aber wie bei vielen anderen Währungen auch, hängt dies vom übergeordneten Risikoappetit der Anleger ab.

Enttäuschende Konjunkturdaten zeigen den Weg für EUR/USD

Die Gemeinschaftswährung zog am Freitag gegenüber dem US-Dollar deutlich an, schloss die Handelswoche aber kaum verändert auf 1,2280 Dollar. Zu beachten ist allerdings, dass der EUR/USD an jedem Tag ein neues Tief ausprägte. Das ist ein wichtiger Punkt, denn es ist ein Zeichen von Schwäche der Währung inmitten eine Reihe von enttäuschenden Konjunkturdaten, was die zur Vorsicht neigende Europäische Zentralbank (EZB) rechtfertigt. Aus Deutschland hatten die Umsätze der Einzelhändler, die Auftragseingang der Industrie und die Einkaufsmanagerindizes enttäuscht. Die Daten für die Euro-Zone sind gemischt ausgefallen, während die Arbeitslosenquote auf den tiefsten Stand seit mehr als neun Jahren sank. Zudem hat sich die Inflation wieder deutlich gesteigert.

Für Ernüchterung sorgten aber auch hier die Einkaufsmanagerindizes des Verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors. Dieser Trend dürfte sich in der kommenden Woche fortsetzen. So werden sich voraussichtlich die Daten zur Industrieproduktion und Handelsbilanz weiter abschwächen. Im zurückliegenden Monat vollzog der EUR/USD eine ausgedehnte Konsolidierungsphase, welche sich im April fortgesetzt hat. Schuld daran ist ein massives Widerstandscluster, so Robert Zach von Investing.com. Denn hier verlaufe der seit Juli 2008 etablierte Abwärtstrend sowie die 200-Monats-Linie und das 38,2% Fibonacci-Retracement des gesamten Abwärtsimpulses von Juli 2008 bis Dezember 2016 bei 1,2336 bis 1,2518 Dollar. „Erst ein nachhaltiges Überwinden dieser Marken per Wochen- oder Monatsschlusskurs würde den Startschuss für eine Fortsetzung der vorangegangenen Aufwärtsbewegungen geben. Das sekundäre Kursziel dieser Aufwärtsbewegung befände sich dann in der Kursregion um 1,2744 Dollar“, schreibt der Währungsanalyst Robert Zach von Investing.com in einer wöchentlichen Lageeinschätzung zum EUR/USD.

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EUR/USD in der monatlichen Chartbetrachtung - Quelle: de.investing.com

Pfund Sterling widerstandsfähig dank BoE-Zinserhöhungserwartungen

Das Sterling zeigte sich überraschend widerstandsfähig und das, obwohl aus Großbritannien überwiegend schwache Konjunkturdaten veröffentlicht wurden. So ist die Stimmung unter den Einkaufsmanagern im Produktions-, Dienstleistungs- und Bausektor gesunken. Doch der GBP/USD hielt sich nicht nur über der psychologisch wichtigen Marke von 1,40 Dollar, sondern wurde am Freitag in der Spitze auch am oberen Ende seiner Handelsspanne gehandelt.

Die einzige Erklärung dafür ist, dass Anleger nicht glauben, dass diese Konjunkturberichte die britische Notenbank BoE davon abhalten werden, die Zinssätze in diesem Sommer zu erhöhen. Sollten die Einkaufsmanagerindizes per Berichtsmonat April allerdings keine Verbesserung aufweisen, sinkt die Chance auf eine Zinserhöhung deutlich. Unterdessen könnten Wortmeldungen einiger britischer Notenbanker in der kommenden Woche für Kursbewegung im Sterling sorgen. Aber auch Konjunkturdaten in Form der britischen Handelsbilanz und Industrieproduktion könnten für Schwankungen sorgen. Technisch gesehen ist die Perspektive für den GBP/USD positiv, da das Paar in der Nähe der Marke von 1,42 Dollar notiert. Falkenhafte Äußerungen der britischen Währungshüter könnten die nächste dynamische Rallye im Pfund Sterling lostreten.