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Die Forex-Wochenvorschau: US-Dollar feiert Comeback

23 April 2018

US-Renditen und gute Konjunkturdaten geben dem Dollar neue Schubkraft.

  • Euro vor EZB-Sitzung am Scheideweg
  • Großbritannien: ist eine Zinserhöhung im Mai abgeblasen?
  • Rohstoffwährungen geben nach - australische Verbraucherpreise im Fokus
  • Aktienmärkte am Wendepunkt?

Wer in dieser Woche auf den US-Dollar gesetzt hatte, der wurde sicherlich nicht enttäuscht. Vor allem 4 Faktoren gaben dem US-Dollar in der zurückliegenden Woche mächtig Auftrieb:

  1. die US-Renditen sind spürbar gestiegen und die Korrelation mit dem US-Dollar ist zurück.
  2. schwächere globale Konjunkturdaten
  3. ordentliche Einzelhandelsumsätze sowie ein optimistischer Konjunkturbericht in Form des Beige Book
  4. rückläufige geopolitische Risiken.

Die Marktteilnehmer waren erleichtert, dass der Syrien-Konflikt nach dem US-Militärschlag nicht weiter eskalierte. Stattdessen schlug Trump weitere Sanktionen vor. Jedoch setzte US-Präsident Donald Trump am Freitag erneut zum Rundumschlag an, indem er gegen die Opec wetterte. Der Preis werde künstlich hochgetrieben, twitterte Trump am Freitag. "Das ist nicht gut und wird nicht akzeptiert!" Der Opec warf er vor, "Spielchen" zu spielen. Die Ölpreise hatten in den zurückliegenden Wochen deutlich an Fahrt aufgenommen. Unterstützung lieferte dabei die Einigung der Organisation Erdöl exportierender Staaten und anderer Ölproduzenten wie Russland, die die Produktion zurückgefahren haben.

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US-Renditen und gute Konjunkturdaten geben dem Dollar neue Schubkraft

Sobald US-Präsident Donald Trump sich ruhig verhält, übertreffen die US-Konjunkturdaten die Erwartungen und die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen klettert in die Nähe der Marke von 3. Prozent. Zudem wertet der US-Dollar auf. In der kommenden Woche werden die Marktteilnehmer vor allem die Daten zum Bruttoinlandsprodukt aus den USA, die am Freitag veröffentlicht werden, im Blick haben. Zuvor stehen Daten zum Immobilienmarkt und dem Verbrauchervertrauen auf der Agenda. Da die Wachstumszahlen erst am Ende der Woche veröffentlicht werden, sollten sich die steigenden US-Renditen überproportional auf den US-Dollar auswirken. Sollten die Anleiherenditen die Marke von 3 Prozent überspringen, droht den Aktienmärkten der Absturz, was zu einem breit angelegten Ausverkauf an den internationalen Devisenmärkten führen dürfte. Das Verbrauchervertrauen, welches am Dienstag auf der Agenda steht, sollte dem US-Dollar mehr schaden als helfen, denn die Stimmung wird höchstwahrscheinlich durch die jüngsten Meldungen stärker als man bisher erwartet beeinträchtigt werden. Zudem wird die japanischen Notenbank über ihre Geldpolitik entscheiden. Veränderungen werden aber nicht erwartet. Schließlich haben es die japanischen Notenbanker nicht wirklich eilig, den Exit aus der ultralaxen Geldpolitik zu beschließen, nachdem die jüngsten Inflationszahlen gedämpft ausgefallen sind.

Euro vor EZB-Sitzung am Scheideweg

Der Kurs des Euro hat vor der geldpolitischen Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich an Wert verloren. Zunächst stieg der Eurokurs über die psychologisch wichtige Marke von 1,2400, konnte das Niveau aber nicht halten und drehte gen Süden. Grund dafür waren zurückhaltende Aussagen EZB-Mitglieds Jens Weidmann. Der Bundesbank-Präsident sagte, es gebe Anzeichen dafür, dass das erste Quartal in Deutschland nicht so brillant ausgefallen sei. EZB-Präsident Mario Draghi sagte am Freitag, dass die Wachstumsdynamik im Euroraum zwar weiter anhalten werde. Der Höhepunkt des Wirtschaftswachstum in diesem Konjunkturzyklus sei aber wahrscheinlich erreicht. Draghi betonte zudem, dass die Zuversicht der Notenbank zugenommen habe, was die Inflationsaussichten angehe. Es sei aber immer noch ein großes Ausmaß an geldpolitischer Unterstützung notwendig, damit sich mehr Inflationsdruck aufbaue. Im Vordergrund stehen in der neuen Woche die geldpolitische Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Einkaufsmanagerindex der Eurozone, der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex und die deutschen Arbeitsmarktzahlen. Seit dem letzten geldpolitischen Treffen hat sich die Konjunktur in der Eurozone mehr verschlechtert als verbessert. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass Mario Draghi seine Meinung in diesem Monat ändern wird, da sich die Stimmung und das Konsumverhalten in der wichtigsten Volkswirtschaft der Eurozone deutlich eingetrübt haben. Ein Ende des Anleihekaufprogramms werden die Währungshüter daher nicht signalisieren und eine baldige Zinserhöhung ist damit auch vom Tisch. Sollten die Einkaufsmanagerindizes sowie der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex enttäuschen - beide werden vor der zinspolitischen Entscheidung veröffentlicht - so werden sich die Anleger höchstwahrscheinlich auf eine pessimistische Notenbank positionieren. Die Risiken sind deshalb eher auf der Unter- als auf der Oberseite angesiedelt. Taubenhafte Äußerungen während der Pressekonferenz könnten den EUR/USD auf 1,21 Dollar befördern.

Großbritannien: ist eine Zinserhöhung im Mai abgeblasen?

Nach dem Höhenflug der vergangenen Wochen hat das Pfund Sterling eine Verschnaufpause eingelegt. Grund dafür waren enttäuschende Konjunkturdaten aus Großbritannien und pessimistische Wortmeldungen des britischen Notenbankchefs Mark Carney. Neben den Einzelhandelsumsätzen haben sowohl die Verbraucherpreise als auch das Lohnwachstum die Konsensschätzungen verfehlt. Die Finanzmärkte stellten sich am Freitag nach den schwachen Wirtschaftsdaten und den Wortmeldungen des Chefs der Bank of England darauf ein, dass es im nächsten Monat wohl doch nicht zu einer Straffung kommen wird, teilte die Nachrichtenagentur Reuters mit.  Händler taxierten die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung am 10. Mai auf nur noch 40 Prozent. Vor den Äußerungen von BoE-Chef Mark Carney lag der Wert noch bei 70 Prozent. Es gehe nicht in erster Linie um den genauen Zeitpunkt des nächsten Zinsschritts. "Es geht um die allgemeine Richtung", so Carney. Eine Zinserhöhung im laufenden Jahr sei "wahrscheinlich". Zudem solle sich Großbritannien auf eine Reihe von Anhebungen in den kommenden Jahren einstellen. Seit April werden kontinuierlich schwache Konjunkturdaten veröffentlicht, woraufhin die Zinserhöhungswahrscheinlichkeiten zurückgegangen sind. Insofern sollte es die Anleger nicht überraschen, dass das britische Pfund in der letzten Woche an Wert verloren hat. Selbst wenn die britische Notenbank am Ende optimistisch klingen sollte, liegt das geldpolitische Treffen noch drei Wochen entfernt, so dass weitere Gewinnmitnahmen mehr als wahrscheinlich sind. Deshalb rechnen wir mit weiteren Verlusten im GBP/USD. Erste, wichtige charttechnische Unterstützung liegt im Bereich um 1,3850. Wichtige Konjunkturdaten werden in der nächsten Woche nicht veröffentlicht, außer den Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt am Freitag.

Rohstoffwährungen geben nach - australische Verbraucherpreise im Fokus

Die Rohstoffwährungen wie der kanadische Dollar, der australische Dollar und der neuseeländische Dollar hatten in der zurückliegenden Woche einen schweren Stand gegenüber dem Greenback. Nach den jüngsten Konjunkturberichten stieg der USD/CAD über die Marke von 1,27 zurück. Die Einzelhandelsumsätze kletterten zwar um 0,4 Prozent. Die Umsätze ohne Autoverkäufe stagnieren dagegen, so dass der Drei-Monats-Durchschnitt auf den tiefsten Stand seit 2015 sank. Auch steigen die Verbraucherpreise nur um 0,3 Prozent. Die Wirtschaftsberichte bestätigen die vorsichtige Haltung der kanadischen Notenbank und zeigen, wie sich die Konjunktur gegenüber dem Vormonat verlangsamt hat. Aus Australien und Neuseeland wurden keine wichtigen Wirtschaftsberichte veröffentlicht, aber die Stärke des Dollar hat den Aussie und den Kiwi in die Nähe der jeweiligen Monatstiefs befördert. Im australischen Dollar ist die Schlüsselunterstützung im Dunstkreis der Marke von 0,7650 Dollar angesiedelt. Ein Abgleiten unter diese Haltemarke sollte das Paar in Richtung 0,7500 Dollar kollabieren lassen. Als Impulsgeber könnten in der nächsten Woche die australischen Verbraucherpreise fungieren. Sollten sie die Konsensschätzungen verfehlen, droht dem Aussie ein schneller Absturz in Richtung der besagten Marke von 0,75. Zwar rechnen Volkswirte mit steigenden Inflationszahlen, da die Inflationserwartungen aber zuletzt gesunken sind, ist das Risiko auf der Unterseite angesiedelt. Neben den Verbraucherpreisen aus Australien, die den neuseeländischen Dollar indirekt beeinflussen könnten, könnte auch die neuseeländische Handelsbilanz für Kursbewegung sorgen. Aufgrund der sinkenden Milchpreise und der schwächeren Produktionstätigkeit ist ein Rückgang möglich.

Aktienmärkte am Wendepunkt?

Steigende Zinsen hatten die Aktienmärkte in der zurückliegenden Woche ausgebremst. Interessant ist aber vor allem die Tatsache, dass vor allem Bankaktien nach guten Quartalszahlen nicht so wirklich den Weg nach oben antraten, sondern auf der Stelle traten. Grund dafür seien zum einen „steigende Ausfallquote von Kreditkartenschulden" und zum anderen eine „immer flacher werdende Zinskurve", schrieb der Investing.com Finanzanalyst Robert Zach in einem täglichen Marktkommentar. "Vor allem Letzteres sollte Anleger zum Umdenken bewegen. Schließlich ist der Spread zwischen Renditen zweijähriger und zehnjähriger US-Staatsanleihen zuletzt auf den geringsten Abstand seit elf Jahren geschmolzen". Der Spread beläuft sich auf nur noch 45 Basispunkte. "Die Vergangenheit zeigt: sobald der Spread die Schwelle von 50 Basispunkten unterschreitet, folgte darauf fast regelmäßig ein Invertieren der Zinskurve und damit auch die Furcht vor einer Rezession", so Robert Zach. Wir könnten uns an den Aktienmärkten also an einem Wendepunkt befinden.

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US-Zinskurve am Invertieren: Rezession voraus? - Quelle: de.investing.com