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Die Forex-Wochenvorschau: US-Dollar hängt an FOMC-Sitzung und NFP-Zahlen

29 April 2018

Alles hängt an der FOMC-Sitzung am Mittwoch...

  • US-NFP könnten in den Hintergrund rücken
  • Euro nach EZB-Sitzung unter Druck
  • Wohl und Wehe des britischen Pfund hängt an den PMI-Daten
  • Erholung bei australischem und neuseeländischen Dollar
  • USD/CAD blickt auf NAFTA-Verhandlungen

Gewinnmitnahmen zum Wochenschluss hatten den US-Dollar am Freitag ausgebremst. Gute Konjunkturdaten in Form des Bruttoinlandsprodukts und des von der Universität Michigan erhobenen Verbrauchervertrauensindex halfen dem Greenback nicht mehr auf die Beine. Die US-Wirtschaft hat ihre Expansion im ersten Quartal nach vorläufigen Daten am Freitag verlangsamt. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs um 2,3 Prozent, teilte das US-Handelsministerium in einer ersten Schätzung mit.

Die Prognose der Ökonomen lag bei einem Wachstum von 2,0 Prozent und damit tiefer als die 2,9 Prozent im Vorquartal. Die Verlangsamung beruhte im Wesentlichen auf dem Rückgang der realen Konsumausgaben auf 1,1 Prozent im ersten Quartal. Der BIP-Preisindex stieg im Auftaktquartal um 2,0 Prozent, verglichen mit dem vorherigen Wert von 2,3 Prozent und Prognosen für einen Anstieg von 2,2 Prozent. Trotz der Verlangsamung war es immer noch der beste Start in ein Jahr seit 2015 und die US-Wirtschaft befindet sich derzeit in ihrer zweitlängsten wirtschaftlichen Expansion seit dem Zweiten Weltkrieg, teilte das Finanzportal Investing.com am Freitag mit.

Vor diesem Hintergrund dürften den US-Dollar in der nächsten Woche das stetige Wachstum und steigende Inflationserwartungen weiter nach oben treiben. Grund dafür ist die Überzeugung der Anleger, dass die US-Notenbank Fed die Sitzung im Mai dazu nutzen könnte, die Anleger auf eine Zinserhöhung im Juni vorzubereiten. Jeder US-Notenbanker, der in diesem Monat gesprochen hat, sprach sich für eine weitere geldpolitische Straffung aus. Marktteilnehmer sollten damit rechnen, dass der Dollar auch in der kommenden Woche die Kapitalflüsse an den internationalen Devisenmärkten bestimmen wird. Neben dem Treffen der US-Notenbank Fed am Mittwoch stehen außerdem die offiziellen Arbeitsmarktdaten am Freitag auf der Agenda. Nach der Zinserhöhung im März sollten Anleger in der nächsten Woche keinen weiteren Zinsschritt erwarten, aber die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Juni liegt mittlerweile bei 93 Prozent.

Im Juni veröffentlicht die Fed außerdem neue Wirtschaftsprojektionen und Jerome Powell hält eine Pressekonferenz. Die Währungshüter wollen den Zinssatz gemäß der Dot-Plot-Matrix in diesem Jahr dreimal erhöhen. Vor allem die zuletzt gut ausgefallenen Konjunkturdaten schüren die Hoffnung auf eine aggressivere Gangart bei Zinserhöhungen. Währungshüter wollen die Märkte in der Regel auf einen Zinsschritt vorbereiten, um die Kursschwankungen in Grenzen zu halten. Insofern sollten die Notenbanker am Mittwoch eine Zinsanhebung vorbereiten und das könnte den US-Dollar weiter gen Norden treiben.

US-NFP könnten in den Hintergrund rücken

Sollten sie die Märkte jedoch nicht auf eine Zinserhöhung vorbereiten und stattdessen Bedenken über den jüngsten Renditeanstieg und deren Auswirkungen auf die Finanzmarktbedingungen äußern, wird der Dollar schnell und aggressiv fallen, da die Anleger grundsätzlich für eine falkenhafte Tonlage positioniert sind. Der USD/JPY, der vor der zinspolitischen Entscheidung am Mittwoch die Marke von 110 erreichen könnte, würde in diesem Fall auf mindestens 108 fallen. Da es am Mittwoch keine Pressekonferenz gibt, an der die Währungshüter ihre Entscheidung erklären können, muss der geldpolitische Begleittext Hinweise auf eine Zinserhöhung im Juni enthalten, so dass der Dollar seine Gewinne ausbauen kann.

Unterdessen sollten Anleger bei den monatlichen Arbeitsmarktzahlen keine große Reaktion erwarten, da er nach der zinspolitischen Entscheidung veröffentlicht wird und nicht mehr in die Entscheidung einfließt. Anleger sollten stattdessen die Renditen im Blick behalten, da sie darüber entscheiden werden, ob der Dollar seine Gewinne vor der Fed-Sitzung ausbauen kann.


Euro nach EZB-Sitzung unter Druck - US-Dollar gibt den Ton an

Der Euro konnte gegen die Stärke des Dollar in der vergangenen Woche nichts ausrichten. Die Gemeinschaftswährung schloss am Freitag auf dem tiefsten Stand seit vier Monaten. Ein höherer Wert beim Verbrauchervertrauen sowie ein gesunder deutscher Arbeitsmarkt und optimistische Äußerungen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank Mario Draghi halten dem Euro kaum. Draghi sprach weiterhin von einem „soliden“ Wachstum im Euroraum. Die zuletzt enttäuschend ausgefallenen Konjunkturzahlen seien eine Reaktion auf die sehr guten Wachstumszahlen Ende 2017. Die EZB bleibt aber auf der Hut angesichts der etwas schwächeren Konjunkturdaten. Insgesamt gab EZB auch keinen weiteren Hinweis auf einen schrittweisen Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik, schrieben die Experten von Investing.com.

Bei der Zinsentscheidung im März hatte die EZB auf eine Formulierung verzichtet, dass die Notenbank ihre Anleihenkäufe ausweiten könnte. Experten glauben daher, dass das Ende der ultralaxen Geldpolitik bevorstehen könnte. Vizepräsident Constâncio sagte aber, dass die unkonventionelle Geldpolitik dauerhaft im geldpolitischen Maßnahmenkatalog bleiben werde. Das Problem für den Euro ist, dass die EZB voraussichtlich in Sachen Zinserhöhungen hinter der Fed zurückbleiben wird. Sollte das geldpolitische Statement der US-Notenbank falkenhaft ausfallen, sollten sich Anleger auf tiefere Kursnotierungen in Richtung 1,20 Dollar einstellen. Neben der Performance des Greenbacks wird es spannend werden, ob die Inflations- und Wachstumszahlen die Verbesserung zeigen, die Draghi festgestellt hat.

Wohl und Wehe des britischen Pfund hängt an den PMI-Daten

Unterdessen ist das britische Pfund am Freitag nach enttäuschend ausgefallenen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal auf den tiefsten Stand seit einem Monat gegenüber dem US-Dollar gefallen. Die britische Wirtschaft expandierte im ersten Quartal nur um 0,1 Prozent und damit verlangsamte sich das Wachstum gegenüber dem Vorjahr auf 1,2 Prozent, den schwächsten Stand seit 5 Jahren. Der Service-Index stieg um 0,4 ,Prozent. Volkswirte rechneten hier mit einem Wert von 0,6 Prozent. Die britische Statistikbehörde ONS sagte, dass vor allem der kalte Winter negativen Einfluss auf die Wirtschaft hatte, insbesondere auf das Baugewerbe, aber auch auf den Einzelhandel, berichtete das Finanzportal Investing.com. Dieser Bericht bestätigt die Besorgnis des Gouverneurs der Bank of England, dass sich der Markt mit den Erwartungen der BoE für eine Zinserhöhung im Mai selbst übertroffen hat. Seit seiner Rede vor etwas mehr als einer Woche sind die Chancen für eine Straffung der Geldpolitik im Mai von 90 Prozent auf 24 Prozent gesunken.

In der kommenden Woche stehen vor allem die nationalen Einkaufsmanagerindizes im Fokus. Schwächere Zahlen könnten die gedämpfte Stimmung in der britischen Wirtschaft nach den Wachstumszahlen bestätigen. Zudem sollte dann eine Zinserhöhung im Mai endgültig vom Tisch sein. Erholen sich dagegen die Einkaufsmanagerindizes aus dem Dienstleistungs- und Industriesektor, könnte sich das britische Pfund auf breiter Front erholen angesichts steigender Zinserhöhungserwartungen im Mai.

Erholung bei australischem und neuseeländischen Dollar - RBA im Fokus

Nach einem starken Ausverkauf in der vergangenen Woche erholten sich alle drei Rohstoffwährungen am Freitag, wobei der australische Dollar am stärksten stieg. Der AUD schüttelte schwächer Preise auf Erzeugerebene ab, was nach den enttäuschend ausgefallenen Verbraucherpreisen vom Montag keine Überraschung war. Der neuseeländische Dollar stabilisierte sich trotz eines unerwarteten Handelsdefizits, das durch einen Importanstieg und einen überraschend starken Rückgang des Verbrauchervertrauens verursacht wurde. Neben der Federal Reserve wird auch die australische Notenbank in der kommenden Woche über ihre Geldpolitik entscheiden. Aufgrund der gedämpften australischen Inflation sollten die Währungshüter aber nach wie vor die Füße stillhalten. Die Reserve Bank of New Zealand wird in der nächsten Woche nicht über ihre Geldpolitik entscheiden. Die Konjunkturdaten haben sich seit dem letzten Treffen stark eingetrübt, so dass der mittelfristige Abwärtstrend für den australischen und neuseeländischen Dollar intakt bleiben sollte.

USD/CAD blickt auf NAFTA-Verhandlungen und FOMC-Sitzung

Unterdessen könnte der kanadische Dollar in der kommenden Woche weiter zulegen. Obwohl der USD/CAD in dieser Woche bis auf 1,29 stieg, konnte er dieses Niveau nicht überwinden aufgrund der NAFTA-Verhandlungen und weniger taubenhaften Äußerungen des kanadischen Notenbankchefs. Bei ihrem letzten Treffen hatten BoC-Gouverneur Poloz und der stellvertretende Gouverneur Wilkins taubenhaft geklungen, aber ihr Ton scheint sich der vergangenen Woche geändert zu haben. In einer Rede vor dem Finanzausschuss sagte Poloz, die Inflation sei auf Kurs und die Wirtschaft sei nahe am Potenzial. Angesichts einer bevorstehenden NAFTA-Einigung erwarten wir, dass sich der kanadische Dollar in der kommenden Woche besser entwickeln wird, solange das BIP, die Handelsbilanz und die IVEY-PMI-Berichte nicht wesentlich enttäuschen. Der USD/CAD wird sich vor allem an den US-Dollar orientieren und wie dieser auf die geldpolitische Sitzung der Fed und den US-Arbeitsmarktzahlen reagieren wird. Insgesamt sollte sich der CAD aber besser entwickeln als der Euro, der australische Dollar, der neuseeländische Dollar und möglicherweise der japanische Yen.