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US-Jobbericht enttäuscht - US-Dollar nur kurzzeitig unter Druck

06 Mai 2018

Der US-Jobbericht ist weitgehend enttäuschend ausgefallen. Allerdings sollte die US-amerikanische Notenbank über die jüngste Schwäche hinwegschauen.

Gleiches sollten auch die Anleger tun. Eine Zinserhöhung im Juni ist immer noch das mit Abstand wahrscheinlichste Szenario.

Die USA schufen im April 164.000 neue Stellen. Zudem wurde der Vormonat um 30.000 Jobs nach oben revidiert. Insgesamt entspricht das Stellenwachstum damit den Konsensschätzungen. Für Enttäuschung sorgte dagegen das Wachstum der durchschnittlichen Stundenlöhne. Per Berichtsmonat März wurde der Wert auf 2,6 Prozent herabgesetzt. Auch im April lag das Lohnwachstum auf das Jahr hochgerechnet bei 2,6 Prozent. Volkswirte hatten einen Wert von 2,7 Prozent erwartet.

Bei der Arbeitslosenquote hatten Experten einen Rückgang von 4,1 Prozent im Vormonat auf 4,0 Prozent gerechnet. Sie sank aber dank der rückläufigen Erwerbsbeteiligungsquote, die von 62,9 auf 62,8 Prozent fiel, auf 3,9 Prozent.

Es gab zwei Punkte in diesem Arbeitsmarktbericht, die positiv stimmen sollten. Zum einen sank die Unterbeschäftigung von 8,0 Prozent im Vormonat auf 7,8 Prozent im April. Wie die offizielle Arbeitslosenquote befindet sich auch diese auf dem tiefsten Stand seit 2000. Zweitens wurden im verarbeitenden Gewerbe zum wiederholten Male gut 24.000 neue Stellen geschaffen. Das ist deutlich besser als das durchschnittliche Stellenplus von 17.000 aus dem Vorjahr.

Sowohl der ISM-Index als auch die Arbeitsmarktzahlen warnen davor, dass die konjunkturelle Dynamik zu Beginn des zweiten Quartals noch nicht angezogen haben könnte. Das ist jedoch nicht das, was zum jetzigen Zeitpunkt erforderlich ist, um die Fed auf ihrem allmählichen Straffungskurs zu halten. Die USA sind dem Ziel der Vollbeschäftigung sehr nahe und das Inflationsziel ist auch greifbar. Insofern sollte die Federal Reserve weiter den geldpolitischen Stimuli zurückfahren, falls kein negativer Schock eintritt. Die heutigen Arbeitsmarktzahlen werden das Vertrauen der Fed, dass die Wirtschaft weiterhin über dem Trend wächst, nicht unterminieren. Zudem stehen der Notenbank noch fiskalpolitische Impulse zur Verfügung, die andere Zentralbanken nicht in der Pipeline haben. Daher sollten zwei etwas schwächer ausgefallene Stellenberichte nicht an die große Glocke gehangen werden.

Da sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gut 10 Basispunkte von den Hochs zurückgezogen hat, hat der US-Dollar etwas an Aufwärtsmomentum gegenüber dem Yen eingebüßt. Gestern kämpften die Bullen vergeblich über der Marke von 110 um eine Stabilisierung. Ob wir ein kurzfristiges Hoch im USD/JPY gesehen haben, lässt sich so pauschal nicht sagen. Schließlich liegt bei 110,70 immer noch das rechnerische Kursziel der inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Der Euro und das Pfund Sterling befinden sich immer noch auf dem absteigenden Ast. Anleger sollten nach wie vor den Plan verfolgen, die beiden Währungen an Erholungsbewegungen zu verkaufen.

Theresa May entgeht einem Debakel bei den Kommunalwahlen

In Großbritannien ist die britische Premierministern Theresa May einem Debakel bei den Kommunalwahlen entgangen. Vor allem in London konnten die Tories wichtige Bezirke erfolgreich verteidigen. In anderen Städten holten sie sich zudem Stimmbezirke von der Europa-feindlichen Ukip zurück. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, schnitt die oppositionelle Labour-Partei trotz einiger Zugewinne deutlicher schlechter ab als erwartet, was auch dem linken Parteichef Jeremy Corbyn zugeschrieben wurde. "Die Ergebnisse sind so gut, wie man sie von einer Regierungspartei nach acht Jahren an der Macht erwarten konnte", sagte der Politikwissenschaftler Tony Travers am Freitag.

Nun komme es für die Tories darauf an, bei den Austrittsverhandlungen ein Ergebnis herauszuholen, dass die Erwartungen dieser Wähler nicht enttäusche, sagte der Meinungsforscher John Curtice der BBC. May steht innerparteilich unter Druck, nicht den Forderungen nach einem Verbleib in der Zollunion mit der EU nachzugeben. Hardliner bezeichnen alles andere als einen klaren Schnitt als Verrat am Brexit-Votum, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag.

Britische Notenbank wird die Füße stillhalten

Die britische Notenbank entscheidet nächste Woche über die Geldpolitik. Nach zuletzt enttäuschend ausgefallenen britischen Konjunkturdaten gab es am Donnerstag eine positive Meldung. So waren die Autoanmeldungen zum ersten Mal seit letzten März gestiegen. Trotzdem sollte dies nicht ausreichen, um die internationalen Finanzmärkte von einer Zinserhöhung im Mai zu überzeugen. Mittlerweile rechnen die Marktteilnehmer nicht mehr mit einem Zinsschritt im Mai. Schließlich liegt die Wahrscheinlichkeit derzeit bei weniger als 10 Prozent. Das Sterling stieg am 17. April auf 1,4375 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit dem Brexit-Referendum. Im Anschluss kollabierte das britische Pfund um mehr als 8 Cents. Gestern kostete ein britisches Pfund nur noch 1,3540 Dollar. Auf handelsgewichteter Basis wertete das Pfund Sterling gut 2,7 Prozent ab. Zuletzt näherte sich der GBP/USD der Glättung der letzten 100 Tage.

Konjunkturdaten im Euroraum enttäuschen weiter

Auch in der zurückliegenden Woche haben die Konjunkturdaten aus dem Euroraum enttäuscht. Insofern ist die zuletzt von Mario Draghi geäußerte Vorsicht gerechtfertigt. Schließlich ist die Kernrate der Verbraucherpreise im Euroraum auf 0,7 Prozent zurückgegangen. Damit liegt sie nur noch knapp über dem Tiefststand von 0,6 Prozent als die Europäische Zentralbank damals mit dem Kauf von Staatsanleihen begann. Darüber hinaus haben die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes aus dem Industrie- und Dienstleistungssektor enttäuscht. Selbst die als Lokomotive bekannte deutsche Wirtschaft ist vom Gleis gesprungen.

Die deutschen Einkaufsmanagerindizes lassen zwar etwas Verbesserung erkennen, aber die Revisionen zeigen, dass in der deutschen Politik deutlich mehr gemacht werden muss, um die Konjunktur wieder ins Gleis zurück zu bringen. Der Einkaufsmanagerindex aus dem Dienstleistungssektor wurde von 54,1 auf 53,9 herabgesetzt. Der Gesamtindex wurde von 55,3 auf 54,6 überarbeitet. Im März lag der Wert noch bei 55,1. Die Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich wurden dagegen nicht revidiert, dafür sind aber die Pendants aus Italien und Spanien deutlich schwächer ausgefallen als im März.

Der Einkaufsmanagerindex der Dienstleister aus der Eurozone wurde von 55,0 auf 54,7 herabgesetzt. Der Gesamtindex sank von 55,2 auf 55,1. Dies entspricht dem gleichen Wert wie im März. Die konjunkturelle Verlangsamung wird vor allem dadurch deutlich, indem man den Gesamtindex im ersten Quartal 2018 (57,0) und im Schlussquartal 2017 (57,2) mit den Werten der letzten Monate vergleicht. Derzeit liegt der Gesamtindex der Eurozone auf dem tiefsten Stand seit Januar 2017. Die gute Stimmung lässt also allmählich nach.

Reserve Bank of Australia erhöht Inflationsprognose

Die australische Notenbank hatte die Prognose der Kernrate angehoben und signalisiert, dass die Inflationsrate zwar irgendwann steigen müsste, aber definitiv nicht kurzfristig. Die internationalen Finanzmärkte rechnen jetzt damit, dass die Teuerungsrate erst im neuen Jahr den Zielwert erreichen wird. Die Inflationsprognose wurde von 1,75 Prozent auf 2,0 Prozent angehoben.

Der australische Dollar erholte sich anschließend deutlich. Er stieg in der Spitze auf 0,7560 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit 4 Tagen, konnte das Niveau aber nicht halten und zog sich erneut zurück. Unterstützungen liegen jetzt bei 0,7480 bis 0,7500 Dollar.

US-Dollar im Aufwind

Der US-Dollar wird gegenüber den wichtigsten Währungen fester gehandelt, außer gegenüber dem japanischen Yen. In der zurückliegenden Woche hatte der US-Dollar dreimal versucht, die magische Marke von 110 zu durchbrechen - erfolglos. Der Euro konsolidiert seine Verluste und wird die Handelswoche erneut tiefer schließen. Ein Breakout aus der Range zwischen 1,1930 bis 1,2030 Dollar wird den nächsten Impuls liefern. Das Sterling kehrte zunächst zurück auf die Tiefs bei 1,3540, erholte sich dort dann aber. Noch ist die Kuh aber nicht vom Eis. Aus Sicht der Markttechnik ist die Ausgangslage im Pfund Sterling mehr als fragil.

Anleiherenditen gönnen sich Verschnaufpause

Die Anleihemärkte notierten recht verhalten. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen notierte um 2,95 Prozent, während die europäischen Anleiherenditen überwiegend fester handelten. Auf Wochensicht haben die wichtigsten Renditen gut 2 bis 4 Basispunkte verloren.

Handelsgespräche zwischen den USA und China abgeschlossen

Schließlich wurden die Handelsgespräche zwischen den USA und China abgeschlossen. Der US-Finanzminister Mnuchin sagte, dass die Gespräche sehr gut verlaufen seien, aber am Ende wurde keine Einigung erzielt. Zuvor hatte die Trump-Administration angekündigt, dass China seinen bilateralen Handelsüberschuss mit den USA um 100 Milliarden Dollar reduzieren soll, was nach US-Angaben mehr als 25 Prozent entspricht. Lokalen Nachrichtenagenturen zufolge verlangt die US-Regierung aber mittlerweile eine Reduktion um 200 Milliarden bis 2020.

Der Dollar ist in den letzten Wochen stark gestiegen - und der chinesische Yuan bildet da keine Ausnahme. Dies ist die dritte Woche in Folge, in der der Yuan gefallen ist, und er hat in vier der letzten fünf Wochen an Wert verloren. Damit liegt der Dollar am oberen Ende seiner dreimonatigen Handelsspanne. Dennoch gehört der Yuan zu den stärksten der asiatischen Währungen im vergangenen Monat, der etwas weniger als 1 Prozent verloren hat. Dies bedeutet, dass der Yuan gegenüber seinem Korb an Stärke gewonnen hat. Obwohl der Yuan gegenüber dem Dollar an Wert verloren hat, sehen wir es nicht als Zeichen dafür, dass China den Devisenmarkt nutzt, um seinen Unmut über die US-Provokationen auszudrücken.