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Inflationsgefahr in den USA gering - Dollar korrigiert

15 Mai 2018

Der US-Dollar zog sich gestern nach etwas schwächer als erwartet ausgefallenen Verbraucherpreisen zurück.

Voraussichtlich war das der Startschuss für eine neue Schwächephase in der amerikanischen Währung. Die Marktteilnehmer mussten in den letzten zwei Wochen akzeptieren, dass weder die Verbraucherpreise noch die Löhne an Schwung gewinnen. Angesichts der gemischten Konjunkturdaten gibt es für die amerikanische Notenbank Fed derzeit nur wenig Gründe, die Geldpolitik aggressive zu verschärfen.

Die technischen Indikatoren im US-Dollar haben mittlerweile extrem überkaufte Marktbedingungen erzeugt. Insofern gibt es derzeit mehr Gründe die für als gegen eine Korrektur sprechen. Das Momentum hat in den letzten Tagen an Schwung verloren, die quantitativen Indikatoren wechseln die Richtung und der Marktanalyst von Investing.com, Robert Zach, nennt einige Kursziele im Euro-Dollar: "Erster, wichtiger Chartwiderstand liegt jetzt bei 1,1938 Dollar. Diesen Bereich hatte der Euro am 11. Januar als Sprungbrett für höhere Kurs genutzt und entsprechend fungiert dieser jetzt als Widerstand. Gelingt den Bullen der Spurt über dieses Kursniveau, eröffnet sich Kurspotenzial in Richtung der Glättung der letzten 200 Tage bei 1,1970. Danach bestünde Luft auf den Schnittpunkt der Durchschnittslinien der letzten 38 und 90 Tage bei 1,2173 Dollar."

Kursverluste können dem Experten zufolge aber "freilich nicht ausgeschlossen werden", aber die Zeichen der Zeit signalisieren eine „potenzielle Bodenbildung“. Kursabschläge drohen dem Euro erst, wenn die "Chartunterstützung bei 1,1830“ unterschritten" wird. Danach wäre der Weg in Richtung der "Kanalabgrenzung, die am 15. Mai 2017 per Gap übersprungen wurde" frei. "Diese verläuft im Bereich um 1,1763 Dollar", schreibt Robert Zach von Investing.com.

Im US-Dollar gegen den japanischen Yen drohen dagegen Verluste, sofern die charttechnische Unterstützung bei 108,65 unterschritten wird. Das rechnerische Kursziel aus dem potenziellen Double Top läge dann bei 107,30. Der australische Dollar hat hingegen Spielraum nach oben und zwar gut einen Cent, während die Zeichen der Zeit im kanadischen Dollar gegen den US-Dollar auf Sturm stehen. Hier besteht Abwärtspotenzial auf 1,24 bis 1,25.

Die marktseitigen Zinserhöhungserwartungen haben sich weder für Juni noch für eine vierte Zinserhöhung in diesem Jahr geändert. Die effektive Fed-Funds-Rate notierte zuletzt in der Nähe der offiziellen Fed-Target-Range von 1,50 bis 1,75 Prozent. Die Fed-Funds wechseln den Besitzer derzeit bei 1,70 Prozent auf volumengewichteter Durchschnittsbasis. Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Juni würde den fairen Wert des Terminkontrakts der Fed-Funds zur Lieferung im Juli auf 1,95 Prozent steigen lassen. Derzeit liegt dieser bei 1,945 Prozent. Sollte die US-Notenbank auch im September und im Dezember an der Zinsschraube drehen, steigt die effektive Fed-Funds-Rate auf 2,45 Prozent. Der Terminkontrakt zur Lieferung im Januar 2019 ist indes unverändert und signalisiert ein Zinsniveau von 2,285%.

Britische Notenbank hält die Füße still

Dem ehemaligen Chef der kanadischen Notenbank, Mark Carney, ist es zu verdanken, dass sich die Denke der Zentralbanken über die Forward Guidance geändert hat. Ironischerweise hat sich seine Stärke in eine Schwäche verwandelt, und er wurde von den Parlamentariern wegen seiner Kommunikation unter Druck gesetzt. Natürlich gab es eine Reihe enttäuschender Konjunkturdaten, einschließlich der Inflation, die auch die Marktteilnehmer dazu veranlassten, ihre Erwartungen zurückzuschrauben. Aber es war nicht das erste Mal, dass Carney seine Meinung in kurzer Zeit änderte und die Investieren im Regen hat stehen lassen. Den marktseitigen Zinserhöhungserwartungen zufolge rechnen die internationalen Finanzmärkte jetzt erst im vierten Quartal mit einem Zinsschritt der britischen Notenbank BoE.

Die britische Notenbank BoE hatte den Leitzins am Donnerstag erwartungsgemäß unverändert gelassen. "Negativ zu interpretieren waren aber die Revisionen beim kurzfristigen Inflations- und Wachstumsausblick", schrieb Robert Zach, Marktanalyst von Investing.com. "Die wirtschaftlichen Aussichten für Großbritannien bleiben wegen der Unsicherheiten durch den Brexit getrübt", sagte Notenbankchef Mark Carney. Zinserhöhungen sollen den Währungshütern zufolge nur graduell und begrenzt ausfallen.

Mexikanischer Peso profitiert von Dollar-Korrektur

Der mexikanische Peso profitierte unterdessen von einem Pullback im US-Dollar. Er zählte am Donnerstag und Freitag zu einer der stärksten Währungen an den internationalen Devisenmärkten. Der Dollar kollabierte gut 1,75 Prozent. Den jüngsten Umfragen zur Wahl im Juli zeigten, dass die PAN-Kandidatin Anaya die Lücke zur AMLO schließt. Nach den GFA-ISP-Umfragen, die das Rennen enger als die meisten anderen Umfragen sehen, schmolz der Vorsprung von 9 auf 6 Prozentpunkte. Der Kandidat der PRI verlor gut zwei Prozentpunkte auf 25 Prozent der Stimmen.

Zugleich hatte sich die mexikanische Inflation im April stärker als erwartet verlangsamt. Marktteilnehmer spekulieren jetzt darauf, dass die mexikanische Zentralbank den Leitzins auf der Sitzung in der nächsten Woche unverändert bei 7,50 Prozent lassen wird. Die Unsicherheit bezüglich des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA sollte sich bald legen. So sagte Paul Ryan, das die Unterlagen für eine Neuerung der NAFTA-Vereinbarung dem Kongress bis zum 17. Mai vorlegen müssen.

Argentinien braucht Geld vom IWF

Argentinien steht vor dem Abgrund. Jüngst hatten Meldungen die Runde gemacht, wonach Argentinien einen Antrag für eine Kreditaufnahme zwischen 25 und 30 Milliarden US-Dollar in Form eines so genannten Stand-by-Kredits beim Internationalen Währungsfonds (IWF) gestellt haben soll. Damit will die argentinische Regierung das Vertrauen der internationalen Finanzmärkte zurückgewinnen. Der argentinische Peso konsolidierte zuletzt knapp über den Wochentiefs. Druck erzeugen tun aktuell aber nicht die ausländischen Investoren auf die heimische Währung, sondern vielmehr inländische Investoren, die versuchen, ihre Ersparnisse in Dollar zu wechseln. Nächste Woche werden dann 30 Milliarden Dollar an kurzfristigen Anleihen fällig. Dies ist die nächste Herausforderung für die argentinische Regierung.

Eine dreimonatige argentinische Anleihe wirft auf das Jahr hochgerechnet 25,7 Prozent an Rendite ab. Das klingt natürlich super, aber eine Abwertung des argentinischen Peso um 6,5 Prozent macht diesen Effekt zunichte. Der Peso ist in den letzten vier Quartalen um durchschnittlich 7 Prozent gesunken. In den letzten drei Jahren verlor der Peso gut 60 Prozent an Wert. Seit dem Schlussquartal 2009 hat der Peso nicht mehr im Plus geschlossen.

Dow Jones setzt Siegeszug fort

Der Dow Jones Industrial Average Index hat den sechsten Tag in Folge im Plus geschlossen. Der marktbreitere S&P 500 Index zeigt aber eine noch beeindruckendere Performance. Schließlich schloss er über den Aprilhochs und negiert damit die Sequenz von tieferen Hochs und setzt damit die Erholung von der Glättung der letzten 200 Tage fort. Der S&P 500 hatte gestern mit einer Aufwärtsgap eröffnet und hatte diese auch nicht mehr geschlossen. Dank des so genannten Inselbodens besteht jetzt Kurspotenzial bis über die Marke von 2.800 Punkte. Dort liegt das Hoch vom Februar 2018.

Emerging Markets signalisieren Dollar-Schwäche

Der bullische Impuls war auch im asiatischen Geschäft zu sehen, als der MSCI Asia Pacific Index um knapp 1 Prozent kletterte. Dies ist der größte Gewinn seit einem Monat und das bringt den Wochengewinn auf 1,9 Prozent. Der Index schloss knapp unter den Aprilhochs. In Malaysia blieben die heimischen Finanzmärkte zwar geschlossen, aber NDFs und ETFs begannen sich zu stabilisieren. Sollte sich tatsächlich eine kurzfristige Korrektur des US-Dollar einstellen, haben dies die Emerging Markets richtig antizipiert. Der MSCI Emerging Markets steigt den 5. Tag in Folge und unterbricht damit den dreiwöchigen Rückgang um 3 Prozent. Auf wöchentlicher Basis stieg der Index um gut 2,5 Prozent.

Euro vor größerer Korrektur

Die europäischen Aktienmärkte verzeichneten zum Wochenschluss moderate Verluste. Der Stoxx 600 stieg von den Tiefs im März um gut 8,6 Prozent, stagniert aber seit Wochenmitte. Die technischen Indikatoren sind noch nicht gedreht, aber dies dürften sie bald tun. Der Stoxx 600 weist in diesem Jahr eine sehr hohe negative Korrelation zum Euro auf. Dies lässt erkennen, dass ein Pullback bei europäischen Aktien gleichzeitig eine Aufwertung im Euro bringen sollte. In Italien scheint eine Regierungsbildung nur noch eine Frage der Zeit zu sein. So wollen die 5-Sterne Bewegung und die rechtsextreme Lega bis nächste Woche eine Regierung auf die Beine stellen. Die Finanzmärkte begrüßten dies und quittierten dies mit steigenden Anleihekursen.

Kanadischer Beschäftigungsbericht - alles halb so wild

In Kanada ist die Beschäftigung im April laut der heimischen Statistikbehörde um 1.100 gesunken. Dank eines Rückgangs der Erwerbsbeteiligungsquote auf 65,4 Prozent blieb die Arbeitslosenquote jedoch unverändert bei 5,8 Prozent. Der Beschäftigungsbericht per Berichtsmonat April ist nicht so schlecht, wie er auf den ersten Blick aussieht. Zwar war der Beschäftigungsrückgang enttäuschend. Der Stellenrückgang bedeute aber nicht zwangsläufig, dass der kanadische Arbeitsmarkt weniger ausgelastet sei, schreiben die Experten der NBF in einem Marktkommentar nach der Veröffentlichung der kanadischen Arbeitsmarktzahlen. Der sehr viel kältere als erwartete April könnte die Einstellungsquote in einigen Branchen vorübergehend negativ beeinträchtigt haben. Die Schwäche ist vor allem auf Rückgang bei Selbständigen und im öffentlichen Sektor zurückzuführen. Die Privatwirtschaft hat dagegen das größte Stellenplus seit November letzten Jahres eingefahren. Zudem werden nach wie vor mehr Vollzeit- als Teilzeitstellen geschaffen, was die Lohninflation ankurbeln dürfte und für eine höhere Inflation sorgen dürfte. Deshalb ist damit zu rechnen, das die Bank of Canada (BoC) die Leitzinsen im Juli erhöht.