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Wochenausblick: Vier Trends, die die Märkte bewegen

21 Mai 2018

Der US-Dollar wurde auch in dieser Woche an den internationalen Devisenmärkten fester gehandelt.

Die US-Renditen haben sich stabilisiert. Die asiatischen Aktienmärkte haben überwiegend höher geschlossen. Das gleiche gilt auch für die europäischen Pendants. Die Ölpreise sind stabil.

Im Rückblick auf die letzte Woche gab es einige nachhaltige Trends, die wir beobachtet haben. Der Euro ist beispielsweise an jedem der 5 Handelstage gefallen. Am Mittwoch markierte der Kurs des Euro ein neues Jahrestief bei 1,1765 Dollar. Von hier aus gelang dem Paar keine nachhaltige Erholung. Robert Zach von investing.com schrieb in einem täglichen Marktkommentar zum EUR/USD: "Es droht ein Rückfall auf die obere Kanalbegrenzung, die am 15. Mai 2017 per Gap übersprungen wurde. Diese verläuft im Bereich um 1,1763 Dollar.“

Verbraucherpreise in Japan enttäuschen

Für den japanischen Yen geht es immer weiter nach unten. Als Auslöser für die jüngsten Verluste gelten die enttäuschend ausgefallenen Verbraucherpreise. Der Greenback stieg im Laufe der Woche zum ersten Mal seit 23. Januar über die Marke von 111,00 Yen. Der Dollar steigt zum Yen den fünften Tag und die achte Woche in Folge.

Die Aktienmärkte in Japan steigen. Der Trend ist dynamisch im Vergleich zu anderen Aktienmärkten auf der Welt. Der Nikkei schloss die achte Woche in Folge höher. In dieser Zeit stieg der japanische Leitindex um gut 8,25 Prozent.

Der Stoxx 600 schloss die Handelswoche im Plus. Der Wochengewinn beträgt 0,6 Prozent. Auch der europäische Leitindex ist in den letzten acht Wochen unaufhaltsam gestiegen. Der Gewinn beläuft sich auf knapp 8 Prozent.

US-Anleiherendite steigt auf höchsten Stand seit Sommer 2011

Ein anderer Trend waren steigende US-Anleiherenditen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist fünf Sitzungen in Folge gestiegen. Sie ist aus 11 der letzten 14 Sitzungen und aus fünf der letzten sieben Wochen gestiegen. Die 10-jährige US-Anleiherendite schloss zum Monatswechsel nahe 2,97 Prozent. Am Freitag stieg sie auf knapp 3,12 Prozent. Zuletzt umkreiste sie den Bereich um 3,10 Prozent. Robert Zach schrieb in seiner täglichen Marktzusammenfassung, dass  den Anlegern vor allem "der Zinsanstieg mit Blick auf die Situation in den Schwellenländern Sorgen bereitet. Interessant ist aber die Tatsache, dass Aktien aus den Emerging Markets die gleiche Wertentwicklung zeigen wie deren Pendants in Europa. Historisch betrachtet ist die Richtung des US-Dollars entscheidend für den Erfolg der Aktien aus Schwellenländern und nicht die US-Zinsen“.

Ölpreise steigen - Momentum verliert aber an Dynamik

Die Ölpreise steigen indes unaufhaltsam weiter. Die texanische Ölsorte West Texas Intermediate steigt den fünften Tag in Folge. Trotz des kontinuierlichen Anstiegs hat das Momentum in den letzten Tagen etwas an Dynamik verloren. Mit Blick auf die zurückliegende Woche beträgt der Gewinn weniger als 1 Dollar. Nichtsdestotrotz ist es der fünfte Wochengewinn in den letzten sechs Wochen.

4 Faktoren, die die Märkte in der letzten Woche bewegt haben

In der zurückliegenden Woche gab es vor allem 4 Faktoren, die die Märkte in Asien und Europa bewegt hatten. Aus Japan haben uns nach schwachen Wachstumszahlen zum Wochenauftakt nun auch enttäuschende Verbraucherpreise erreicht. Diese Kombination aus einem schleppenden Wachstum und sinkenden Preisen bedeutet, dass die Bank of Japan vorerst die Füße stillhalten sollte und keinen Exit aus der ultra-laxen Geldpolitik der letzten Jahre in Betracht zieht.

Verbraucherpreise in Japan zum ersten Mal seit April 2016 wieder gefallen

Die japanischen Verbraucherpreise verlangsamten sich von 1,1 Prozent im Vormonat auf 0,6 Prozent im April. Es ist der erste Rückgang der Teuerung seit April 2016. Vor allem Energiepreise und Dienstleistungen im Mobilfunkgeschäft haben die Preise gedrückt. So langsam ist die Inflation seit November 2017 nicht mehr gestiegen. Die Kernrate, welche frische Nahrungsmittelpreise ausklammert, sank von 0,9 Prozent auf 0,7 Prozent. Sie entspricht damit der Kernrate in Europa, wobei deren Berechnungsgrundlage eine andere ist.

Widersprüchliche Berichte zu den Handelsgesprächen zwischen den USA und China

Darüber hinaus gibt es widersprüchliche Berichte zu den Handelsgesprächen zwischen den USA und China. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, hat sich der US-Präsident Donald Trump pessimistisch über die Erfolgsaussichten der laufenden Handelsgespräche mit China gezeigt. "Der Grund für meine Zweifel ist, dass China sehr verwöhnt ist", sagte Trump am Donnerstag in Washington. Dies gelte auch für die EU. Die Länder hätten zu 100 Prozent von den USA bekommen, was sie verlangt hätten. "Das können wir nicht mehr zulassen." Die Volksrepublik etwa habe viel Wohlstand aus den USA abgezogen, berichtete Reuters. Die US-Regierung fordert von China, das Defizit im Handel von 375 Milliarden Dollar im zurückliegenden Jahr um 200 Milliarden zu senken. Zudem soll China geistiges Eigentum amerikanischer Unternehmen respektieren. Unserer Meinung nach ist der Bericht nicht glaubwürdig. Zum ersten, weil es sich um ein riesiges Zugeständnis handeln würde, und zweitens, weil es nicht sofort ersichtlich ist, dass die USA Äquivalent von 1% des BIP für Importe nach China besitzen. Chinas staatliche Medien und ein Vertreter der chinesischen Regierung hat den Bericht bereits geleugnet.

Italien: 5-Sterne-Bewegung und Lega bilden Regierung

In Europa haben sich die populistische 5-Sterne-Bewegung und die rechtsextreme Lega auf ein Regierungsprogramm geeinigt. Wer schlussendlich den Premierminister stellt, steht aber noch nicht fest. Die 5-Sterne-Bewegung will seine Mitglieder am heute darüber abstimmen lassen. Den Investoren schmeckt der politische Drahtseilakt in Italien überhaupt nicht. Nachdem die Marktteilnehmer nach den Wahlen Anfang März die Füße stillhielten, erschreckt sie die Kombination aus populistischen und rechtsextremen Kräften in Verbindung mit einem extrem teuren Programm für eines der am höchsten verschuldeten Länder Europas.

Italiens Anleiherendite dynamisch gestiegen

Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen stieg sechs Basispunkte. Auf wöchentlicher Sicht beträgt der Zuwachs 19 Basispunkte. Zuletzt notierte sie auf 2,17 Prozent. Die Prämie gegenüber Deutschland ist in dieser Woche um fast 27 Basispunkte gestiegen. Italienische Aktien sanken am Freitag um 1,1 Prozent, so dass der Wochenverlust gut 2,6 Prozent beträgt. Die Medien in Italien sind negativ gestimmt, und das hat einen Grund.

In den meisten dieser Berichte wird jedoch kaum erwähnt, dass Italien einen stabilen Leistungsbilanzüberschuss von rund 2,7 Prozent des BIP aufweist und sein Haushaltsdefizit zu den kleinsten in Europa gehört und in diesem Jahr auf 1,8 Prozent des BIP sinken dürfte. Auch die meisten Foren, in denen das Problem der notleidenden Kredite unter den italienischen Banken diskutiert wird, identifizieren nicht 1) die bereits gebildeten Rückstellungen, 2) den Restwert und 3) die Fortschritte beim Verkauf und der Veräußerung der notleidenden Kredite. Viele der Probleme Italiens sind auf ein schwaches Wachstum zurückzuführen und geben dem Stabilitäts- und Wachstumspakt den Auftrag, die Haushaltsdefizite auf 3 Prozent des BIP zu begrenzen.

Eine Kombination aus Steuersenkungen und Ausgabenerhöhungen, die die 5-Sterne-Bewegung und die Lega vorschlagen, liegt im schlimmsten Fall bei etwa 1 Prozent des BIP. Zusammen mit der Infragestellung der Haltung der EU gegenüber Flüchtlingen, die die Frontländer belastet, ist es kein unvernünftiges Programm, den wohlhabenderen Nordeuropäern einen Freifahrtschein zu geben. Das Flüchtlingsproblem in Italien ist eine Quelle von wirtschaftlichem und politischem Stress und hat den Aufstieg sowohl populistischer als auch rechtsextremer Kräfte erleichtert.

EU-Kommission will europäische Firmen vor US-Sanktionen im Iran schützen

Die andere Entwicklung in Europa ist der Widerstand, den EU-Präsident Tusk die "kapriziöse Durchsetzungskraft" der USA nannte. Die Entscheidung der USA, sich aus dem Iran-Abkommen zurückzuziehen, hat die bereits erhöhten Spannungen mit Europa eskalieren lassen. Die EU erwägt ein Sperrstatut, das es europäischen Unternehmen im Wesentlichen verbieten würde, sich an die US-Sanktionen gegen den Iran zu halten.

"Als EU-Kommission haben wir die Pflicht, europäische Firmen zu schützen", sagte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nach dem EU-Gipfel am Donnerstag in Sofia. "Wir müssen jetzt handeln." Deshalb solle ab Freitag um 10.30 damit begonnen werden, das Blocking Statute (Blockade-Statut) von 1996 zu aktivieren, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag.

USA dämpft die Erwartungen auf eine schnelle Einigung bei den Nafta-Verhandlungen

In der Zwischenzeit hatte der US-Handelsvertreter Robert Lighthizer die Erwartungen auf eine schnelle Einigung der Neuverhandlungen des Freihandelsabkommen mit Kanada und Mexiko gedämpft. "Die Nafta-Staaten sind noch weit von einer Einigung entfernt", sagte er am Donnerstag. Zu viele Differenzen bei vielen Themen wie Landwirtschaft, geistiges Eigentum, Landwirtschaft, Arbeitsmarkt und Energie gebe es, sagte er. Aus Kanada hörte man dagegen optimistische Töne. Laut dem Premierminister stehe man kurz vor einer Einigung. Mexiko sieht eine Einigung zum Ende des Monats.

Der Sprecher des Repräsentantenhauses Paul Ryan hatte in der Vorwoche gesagt, dass dem Kongress der Entwurf zu NAFTA bis zum gestrigen Donnerstag vorliegen sollte, wenn er noch in der laufenden Periode verabschiedet werden soll. Dies ist nicht geschehen. Im Moment besitzen die Republikaner noch in beiden Kammern die Mehrheit. Dies könnte sich aber schon im November ändern. Sollten die Demokraten dann eine Kammer für sich gewinnen, dann könnte sich eine Einigung weiter hinauszögern. Schließlich sind die Demokraten gegen das Freihandelsabkommen.