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US-Dollar holt Verluste auf dank G7-Gipfel in Kanada

11 Juni 2018

Am Freitag hat das G7-Treffen in Le Manoir Richelieu begonnen. Im Fokus steht der Handelskrieg. US-Präsident Donald Trump hat bereits im Vorfeld eine vorzeitige Abreise in Aussicht gestellt.

Die Fronten sind verhärtet. In der Folge hat sich der US-Dollar etwas erholt, während die Aktienmärkte auf breiter Front unter Druck geraten sind. Die schwachen Konjunkturdaten in Form der Industrieproduktion aus Deutschland und Frankreich brachten die europäische Gemeinschaftswährung in Bedrängnis. Das Pfund Sterling dagegen zeigt eine überdurchschnittliche Performance, nachdem die britische Premierministerin eine weitere Mini-Krise innerhalb des Kabinetts überstand hat.

Japan droht die Rezession

In Japan hat das Wachstum deutlich stärker nachgelassen als von Volkswirten im Vorfeld erwartet. In der zweiten Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt schrumpfte die japanische Wirtschaft um 0,6 Prozent auf das Jahr hochgerechnet. Positive Revisionen gab es keine. Jedoch wurden die Wachstumskomponenten überarbeitet. Der Konsum wurde nach unten gesetzt, während die Unternehmensinvestitionen erhöht wurden. Zu allem Überfluss hat Japan dann noch einen etwas geringeren Leistungsbilanzüberschuss ausgewiesen als von Experten vorhergesagt wurde. Interessant war für japanische Anleger vor allem der Punkt der extrem schwankungsanfälligen Portfolioflüsse innerhalb der Zahlungsbilanz.

Japanische Investoren kaufen Anleihen im großen Stil

Nach der italienischen Parlamentswahl Anfang März hatten japanische Investoren 1,8 Milliarden Dollar italienische Anleihen mit einer überwiegenden Laufzeit von 2 Jahren gekauft. Japanische Investoren hatten auch bei spanischen Anleihen zugeschlagen. Insgesamt wurden 350 Milliarden japanische Yen in spanische Papiere angelegt - das war der höchste Zukauf seit 2005. Darüber hinaus wurden französische Anleihen im Wert von 218 Milliarden Yen gekauft und US-Anleihen im Wert von 172 Milliarden Dollar. Der Großteil dieser Käufe wurde durch die Liquidation deutscher Bundesanleihen finanziert, von denen japanische Investoren 685 Milliarden japanische Yen verkauften. Ein Teil des Drucks, der in den letzten Wochen auf den Euro ausgeübt wurde, dürfte mit der Entscheidung zusammenhängen, die Währungssicherungsquote für die Vermögenswerte der Europäischen Wirtschaftsunion zu erhöhen.

Handelsstreit zwischen China und den USA droht zu eskalieren

Die Volksrepublik China meldete im Main einen Handelsbilanzüberschuss von knapp 25 Milliarden Dollar, nachdem der Überschuss von 28,8 Milliarden Dollar im April auf 28,3 Milliarden Dollar revidiert wurde. Die Exporte waren stabil und stiegen gegenüber dem Vorjahr um 12,6 %, genau wie im April nach den Revisionen. Die Einfuhren stiegen jedoch um 26 %, dürften sich aber nach dem Anstieg von 21,5 % im März verlangsamt haben. Unterdessen spitzen sich die Handelsspannungen zwischen den USA und China zu. Die USA werden voraussichtlich die Waren nennen, die mit Strafzölle in Höhe von 25 % belangt werden soll. China hatte zuletzt gesagt, dass sie das Angebot auf eine Beilegung des Handelsstreits zurückziehen werden, falls die USA dies tun werden.

Deutschland mit enttäuschenden Konjunkturdaten

Unterdessen wies Deutschland im April einen geringeren Handelsbilanzüberschuss aus. Nach 25,2 Milliarden Euro im März stehen jetzt nur noch 20,4 Milliarden Euro zu Buche. Der Rückgang war ein Produktion aus steigenden Importen (+2,2 %), während die Exporte gesunken sind (-0,3 %). Zudem ist der Auftragseingang in der größten europäischen Volkswirtschaft überraschend zurückgegangen und es wurden schwächer als erwartete Zahlen zur Industrieproduktion veröffentlicht. Die Industrie drosselte ihre Produktion im April um 1 %, während die Zahlen per März von 1,0 % auf 1,7 % heraufgesetzt wurden. Insgesamt bestätigt sich das Bild einer Verlangsamung der Wirtschaftsaktivität im Euroraum. Dies dürfte ein weiterer Grund dafür gewesen sein, warum der Euro am Freitag Federn lassen musste.

Frankreich drosselt Industrieproduktion stärker als erwartet

Auch in Frankreich hat die Industrie die Produktion im April unerwartet deutlich gedrosselt. Sie sank um 0,5 %, während Volkswirte einen Anstieg von 0,3 % erwartet hatten. Wenn es einen Silberstreif am Horizont gab, dann war es das verarbeitende Gewerbe, welches die Produktion um 0,4 % erhöhte. Darüber hinaus wurde der Wert von März von 0,1 % auf 0,3 Prozent nach oben gesetzt.

US-Dollar holt Großteil seiner Verluste auf

Der US-Dollar hat zum Wochenschluss einen Großteil seiner Verluste gegenüber viele Währungen wieder aufgeholt. Der Yen ist die einzige Währung, die gegen den Dollar aufwerten kann. Auf wöchentlicher Sicht steigen der australische und der kanadische Dollar gegenüber dem US-Dollar. Der Euro sank am Freitag in der Spitze unter die wichtige Chartunterstützung bei 1,1750 Dollar und markierte sein Tief bei 1,1730 Dollar.

EUR/USD: Nur eine Korrektur?

Robert Zach von Investing.com schreibt in seinem täglichen Marktausblick zum EUR/USD:  "Der EUR/USD hat exakt am wichtigen Widerstand aus den Hochpunkten vom 22. Mai bei 1,1831 Dollar und dem 38,2% Fibonacci-Retracement des gesamten Abwärtsimpulses von Mitte April bis Ende Mai bei 1,1858 Dollar gedreht und ist in die Korrektur übergegangen", und fügte hinzu "auch die technischen Indikatoren signalisieren eine sich fortsetzende Korrektur". Nach dem Abgleiten auf die Schlüsselunterstützung bei 1,1740 bis 1,1730 Dollar ergeben sich laut dem Experten neue Kaufkurse. "Kursziel bleibt nach wie vor der Bereich um 1,1990 Dollar, welches sich aus der zuletzt skizzierten inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation (auch im Chart eingezeichnet) ergibt". Vorsicht sei dagegen angebracht, wenn der EUR/USD die 200-Stunden-Linie bei 1,1682 Dollar per Stundenschlusskurs unterschreiten, denn dann wäre Spielraum in Richtung 1,1621 Dollar, dem Tief vom 1. Juni, so Robert Zach von Investing.com.

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Quelle: investing.com - EUR/USD im Stundenchart

GBP/USD trotzt der Dollar-Stärke

Während sich der EUR/USD in der Korrektur befindet, ist das GBP/USD kontinuierlich gestiegen. Das Tagestief wurde im Bereich von 1,3375 Dollar markiert. Erster, wichtiger Widerstand liegt im Bereich um 1,3440 Dollar. Der Dollar scheiterte indes zum japanischen Yen am Widerstand von 110 Yen und ist am Freitag weiter gesunken. Schwächere US-Renditen und sinkende US-Aktien haben den sicheren Anlagehafen Yen gestärkt.

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Quelle: investing.com - GBP/USD im Stundenchart

AUD/USD rutscht wieder ab - Ende des Dollar-Ausverkaufs?

Der australische Dollar zeigt unter den Majors die schwächste Performance und hat weiter  an Boden gegen den US-Dollar verloren. Noch kann er sich aber über den Wochentiefs von 0,7555 Dollar halten. In der Spitze notierte er in der zurückliegenden Woche auf 0,7680 Dollar. Der Ausverkauf im Aussie könnte ein Zeichen dafür sein, dass sich die Korrektur im US-Dollar seinem Ende nähert.

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Quelle: investing.com - AUD/USD im Stundenchart

NAFTA-Verhandlungen dominieren den Kursverlauf von USD/CAD

Der US-Dollar schloss im zweiten Quartal nur einmal über der psychologisch wichtigen Marke von 1,30 kanadischen Dollar. Die technischen Indikatoren im Tageschart sind etwas überspannt. Noch immer wird das Paar von der Unsicherheit über die Nafta-Verhandlungen dominiert, welche voraussichtlich erst wieder nach den Wahlen in Mexiko, die am 1. Juli stattfinden, aufgenommen werden. Nach wie vor besteht die Chance auf eine Zinserhöhung der Bank of Canada. Dies würde dem kanadischen Dollar wieder deutlich Aufwind geben und den USD/CAD südwärts schicken.

Emerging Markets Währungen sacken weiter ab

Die Währungen der Emerging Markets stehen nach wie vor unter Druck. So verlieren sowohl die türkische Lira als auch der südafrikanische Rand mehr als 1 % zum US-Dollar. Aber auch die indische Rupie und der mexikanische Peso setzten den Abwertungszyklus fort. Der MSCI Emerging Markets Index liegt mit 1,5 % im Minus und setzt damit seine Verlustserie fort.

Europas Aktienmärkte auf Talfahrt

Die Aktienmärkte in Europa haben unterdessen ihre Verluste weiter ausgebaut. Der Stoxx 600 verliert gut 0,6 % an Wert und ist seit Montag kontinuierlich gefallen. Alle Sektoren außer der Immobilienmarkt befinden sich auf Talfahrt. Vor allem Dienstleister und Banken stehen unter Druck.

DAX im Abwärtssog - Schlüsselunterstützung bei 12.536 Punkten

Auch der deutsche Aktienmarkt kann sich dem Abwärtsdruck nicht entziehen. Der Dax hat sich wieder von der psychologisch wichtigen Marke von 12.000 Punkten zurückgezogen und dürfte die Woche im Minus schließen. Robert Zach von Investing.com schreibt in seiner Einschätzung zum Dax: "An Dynamik auf der Unterseite würde die Abwärtsbewegung durch einen Rutsch unter das Tief vom 31. Mai bei 12.536 Punkten gewinnen. Das nächste Etappenziel auf der Unterseite befände sich dann bei 12.466 Punkten - dem 50% Fibonacci-Retracement des gesamten Aufwärtsimpulses von Ende März bis Mitte Mai. Ein Abgleiten unter diese Unterstützung würde den Weg in Richtung des Tiefs vom 25. April bei 12.312 Punkten und 61,8% Fibonacci-Retracement bei 12.291 Punkten freimachen". Chancen auf der Oberseite für den DAX sieht er dagegen nur bei einem Wiederanstieg über das Hoch vom 28. Mai bei 13.040 Punkten. "Dies würde die negative Ausgangslage entschärfen", sagt der Analyst.

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Quelle: investing.com - DAX im Stundenchart

Italienische Rentenmärkte stehen wieder unter Beschuss

Auch die italienischen Rentenmärkte stehen wieder einmal unter Druck. Die 10-jährige Rendite sank um gut zwei Basispunkte, ist aber auf Wochensicht um 55 Basispunkte gestiegen. Die 2-Jahres-Rendite ist heute um fünf Basispunkte und 90 auf die Woche um gestiegen. Die Renditen europäischer Kernanleihen sind um 4-6 Basispunkte gefallen, während die Renditen 10-jähriger US-Treasuries um ein paar Basispunkte niedriger sind.