CFD sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 74-89% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

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Sind CFDs gefährlich?

02 März 2016

Sie heißen CFDs und sollen sehr gefährlich sein, liest man regelmäßig. Tatsächlich kann Ihnen der Hebeleffekt große Verluste bescheren, aber Sie können das Risiko in vollem Umfang unter Kontrolle halten.

Wie so oft an der Börse sind aber nicht CFDs an sich das Problem, sondern der Investor selbst.

Hebel und Risiko

Bei CFDs handelt es sich um nichts anderes, als den Kauf oder den Verkauf von aktienähnlichen Produkten gegen Hinterlegen einer Marge. So muss der Investor nicht die gesamte Summe einsetzen, sondern nur ein Bruchteil davon. Liegt die Positionsgröße des CFDs beispielsweise bei 5.000 Dollar, so kostet der Kauf bei einer Sicherheitsleistung von 20 Prozent 1.000 Dollar. Die anderen 4.000 Dollar werden durch den Broker finanziert. Steigt der Kurs des Basiswertes um 10 Prozent, so legt Ihre CFD-Position auf dann 5.500 Dollar zu. Das heißt, dass Sie Ihr Kapital auf diese Weise um 1.000 Dollar oder 50 Prozent steigern konnten und dafür mussten Sie lediglich ein Zehntel des Kapitals einsetzen.

Es kommt ganz darauf an, wie Sie mit dieser Hebelwirkung umgehen. Sie können beispielsweise auch 5.000 Dollar direkt in Aktien investieren. Handeln Sie allerdings mit CFDs können Sie mit 1.000 Dollar eine ähnlich große Position eröffnen und die restlichen 4.000 Dollar beiseite legen. In diesem Fall bestehen keine Probleme. Die Probleme entstehen erst, sobald Sie mit 5.000 Dollar, eine 25.000 Dollar Position eröffnen möchten. In diesem Beispiel würden Sie die Hebelwirkung voll ausnutzen. Sollten sich Ihre aktienähnlichen Produkte um etwa 20 Prozent gegen Sie entwickeln, verlieren Sie Ihr Gesamtinvestment von 5.000 Dollar. Seien Sie daher klug und stellen Sie sicher, dass Ihre neue Position nur einen beschränkten Einfluss auf Ihr Kapital hat - selbst im absolut schlimmsten Szenario.

Handeln Sie CFDs weise und begrenzen Sie das Risiko, in dem Sie garantierte Stop-Loss-Orders verwenden.

Schulden durch CFD-Handel möglich?

Bei vielen Brokern können Sie mehr Geld verlieren als Sie eingezahlt haben. Schuld daran ist der Hebeleffekt. Dieser kann dazu führen, dass die beim CFD-Geschäft hinterlegte Sicherheitsleistung nicht ausreicht, um die aufgelaufenen Verluste zu decken. Daraus kann eine Nachschusspflicht und unter Umständen sogar eine Nachforderungspflicht entstehen. Das wäre dann ein sogenannter Margin Call.

Broker der Europäischen Union müssen nun einen Negativsaldo-Schutz bieten. Bei FortradePlus500Markets oder hingegen kann Ihr Kontostand nie unter Null fallen und somit tappen Sie niemals in die Schuldenfalle. Denn dieser Broker sichert sich ab, dass die Position automatisch geschlossen wird, wenn die Margin aufgebraucht ist. Deshalb sollten Sie eine Verlustbegrenzung in Form eines Stop-Loss einrichten. Dann wird die Position bereits deutlich früher geschlossen.

Wie entstehen dann überhaupt Schulden? Nehmen wir wieder das obige Beispiel. Sagen wir mal, dass die Aktien aufgrund einer Gewinnwarnung um 30 Prozent eingebrochen sind. Dadurch fällt Ihr Positionswert von 25.000 Dollar auf 17.500 Dollar. Das entspricht einem Verlust von 7.500 Dollar. Ihr eingesetztes Kapital, die 5.000 Dollar, ist damit komplett verloren. Das ist aber noch nicht alles: Sie haben nämlich nun plötzlich 2.500 Dollar Schulden bei Ihrem Broker! Schließlich handelt es sich bei einem CFD um einen Differenzkontrakt. Die positive bzw. negative Preisdifferenz wird immer komplett an Sie weitergegeben. Denn der Broker finanziert die Transaktion nur für Sie und Sie leihen sich grundsätzlich Geld von dem Broker.

Wie kommt es aber dann, dass Plus500 garantieren kann, dass Sie nie ins Minus rutschen? Wahrscheinlich verfolgt Plus500 ein anderes Geschäftsmodell und generiert mehr Gewinne aus anderen Geschäftsbereichen. Beispielsweise sind die Finanzierungskosten bei Plus500 um einiges kostspieliger als bei IG.

Positionen mit einem garantierten Stop absichern

Es besteht immer das Risiko unvorhergesehener Ereignisse. Daher sollten Sie einen garantierten Stop Loss einsetzen. Nehmen wir einmal an, Sie haben in dem obigen Beispiel 1.000 Aktien zu 50 Dollar pro Stück gekauft. Sie erwarten steigende Kurse, platzieren aber dennoch einen Stop Loss für den Fall, dass die Aktie nach Süden dreht. Bei 47 Dollar pro Stück platzieren Sie Ihre Verlustbegrenzung. 

Jedoch notiert die Aktie aufgrund der Gewinnwarnung plötzlich um 10 Dollar tiefer auf 40 Dollar. Der normale Stop wird bei einem Rutsch unter 47 Dollar aktiviert. Doch wegen der Kurslücke auf 40 Dollar erfolgt die Ausführung erst zum nächstmöglichen Preis. Mit einem garantierten Stop können Sie sich hingegen sicher sein, dass Ihre Position bei 47 Dollar geschlossen wird. In diesem Fall würde der Verlust 3.000 Dollar betragen.  Mit einem garantierten Stop können Sie also Ihre potenziellen Verluste vorher eingrenzen und zahlen dafür nur eine geringe Prämie, die nur bei Auslösung zum Einsatz kommt.

Finanzierungskosten

Sie leihen sich grundsätzlich Geld bei Ihrem Broker, denn Sie verfügen nicht über ausreichend finanzielle Mittel auf Ihrem Konto, um den CFD-Handel zu betreiben. Daher bezahlen Sie täglich einen kleinen Beitrag an Finanzierungszinsen. Im aktuellen Marktumfeld liegt dieser Betrag gerade einmal bei ein paar Prozentpunkte. Diese belaufen sich, je nach dem welchen Broker Sie nutzen, auf 2,5 bis 6 oder 7 Prozent. Plus500 ist beispielsweise wesentlich kostspieliger als IG.

Die Finanzierungskosten steigen je länger Sie ein CFD-Geschäft halten. CFDs eignen sich daher eher für kurzfristige Handelsgeschäfte, die für ein paar Tage bis ein paar Wochen laufen. Es ist nicht so einfach, zu berechnen, ab welchem Punkt ein CFD zu teuer wird. Ja, es gibt Finanzierungskosten, aber auf der anderen Seite gibt es auf den meisten Plattformen dafür keine Transaktionsgebühren, die Sie ansonsten bei einem Aktienbroker bezahlen müssten.