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Differenzgeschäfte: BaFin verbietet CFDs mit Nachschusspflicht

10 Mai 2017

Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde BaFin verbietet Differenzgeschäfte (CFDs) mit einer Nachschusspflicht für Privatkunden.

Bereits Ende vergangenen Jahres kündigte die deutsche Finanzaufsicht BaFin an, den Handel mit CFDs mehr einschränken zu wollen. Denn Privatanleger könnten das damit verbundene unkalkulierbare Verlustrisiko nicht abschätzen, begründete die für die Wertpapieraufsicht zuständige Exekutivdirektorin Elisabeth Roegele das Verbot.

„Mit der Beschränkung des CFD-Handels machen wir erstmalig von der Möglichkeit zur Produktintervention Gebrauch“, erläuterte sie weiter. So erließ die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gestern eine Allgemeinverfügung und beschränkt damit die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf von finanziellen Differenzkontrakten - so genannten Contracts for Difference, CFDs - mit Nachschusspflicht.

Das Verlustrisiko beim CFD-Handel ist nicht auf den Kapitaleinsatz des Kunden beschränkt, sondern kann sein gesamtes Privatvermögen erfassen und ein Vielfaches seines eingesetzten Kapitals betragen. Das könne man aus Verbraucherschutzgründen nicht länger akzeptieren und deshalb sei die Beschränkung des CFD-Handels ein notwendiger Schritt zum Schutz der Privatanleger, erklärte Roegele.

Die Anbieter von CFDs mit Nachschusspflicht haben nun drei Monate Zeit, ihre Produkte oder Geschäftsmodelle anzupassen. Einige Anbieter solcher Produkte haben laut BaFin bereits CFDs ohne Nachschusspflicht im Programm oder hätten es zumindest angekündigt, solche Produkte zu schaffen.

Der Marktführer für den CFD-Handel Plus500 begrüßte die Entscheidung der deutschen Finanzaufsichtsbehörde (BaFin), die ab dem 10. August 2017 den Verkauf von Differenzgeschäften (CFDs) mit einer Nachschusspflicht verbietet. In einer Presseerklärung des Unternehmens heißt es:

„Plus500 begrüßt diesen Sicherheitsmechanismus für die Industrie und möchte hiermit betonten, dass das Unternehmen schon immer einen Schutz vor negativen Kontosalden für seine Kunden bei allen Produkten angeboten hat. Darüber hinaus fordert die BaFin keine Begrenzung des Hebels. Deshalb werden diese Änderungen keinen Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit haben“.

Bereits in der Vergangenheit hatten Regulierungsbehörden in Europa den CFD-Handel beschnitten. So hat die französische Finanzaufsichtsbehörde aufgrund zunehmender Beschwerden gegen Produkte wie binäre Optionen und Forex bereits die Vermarktung gehebelter Finanzprodukte verboten. Belgien hatte sogar einen noch strikteren Weg gewählt und hatte den Handel mit gehebelten Produkten für Privatanleger komplett verboten.

CFDs sind Verträge zwischen zwei Parteien, die auf die Kursentwicklung eines bestimmten Basiswerts spekulieren. Basiswerte können beispielsweise Aktien, Indizes, Währungspaare oder Zinssätze sein. Der Anleger spekuliert auf eine positive oder negative Kursänderung des Basiswerts. Bei Kursänderungen des Basiswerts werden die entsprechenden Kursgewinne oder Kursverluste im CFD nachvollzogen. Bei einer positiven Differenz erhält der Anleger vom CFD-Anbieter den Differenzbetrag, bei einer negativen Differenz muss der Privatanleger die Differenz dem CFD-Anbieter ausgleichen.